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Inklusives Mehrgenerationenwohnen in Unterdiessen
Fertigstellung geplant 2022/23

- fünf barrierefreie oder barrierearme Appartements zwischen 28 und 36 m² mit eigener Küche sowie Balkon oder Terrasse
- Gemeinschaftsräume und gemeinsam nutzbare Außenflächen (Garten, Garagen, Fahrradraum)
- gemeinsame Waschküche, Hobbyraum und Gästezimmer im Keller
- ein Büro für Koordinatoren

Die Lebenshilfe sucht derzeit zwei kleine Wohnungen für einzelne Mieter in Landsberg oder Kaufering.

Unsere Klienten sind langfristige Mieter. Um die Gewährung der Mietzahlungen kümmern sich die Betreuer gemeinsam mit den Klienten. Wir haben den Anspruch, dass das Mietobjekt gut gepflegt wird.

„Ich kann machen, was ich will und muss keinen fra-gen“ – für Maria R., die ihr ganzes Leben in Heimen verbracht hat, ist dies das Schönste überhaupt. Seit 17 Jahren genießt sie die Freiheit, die ihr das Ambulant Unterstützte Wohnen (AUW) der Lebenshilfe Landsberg bietet. Aber sie ist auch froh über die wöchentlichen Besuche von Claudia Kölling-Groeger, die ihr „beim Schreibkram“ hilft und viele Gespräche mit ihr führt. Denn: „Reden hilft, vor allem wenn jemand zuhört“, weiß Maria R.

In Kempten geboren und gleich nach der Geburt von der Mutter verlassen, führte Marias Weg über verschiedene Heime und Wohngruppen bis zur Lebenshilfe Landsberg. Auch dort lebte sie zunächst in Wohngruppen, dann „zur Probe“ in einem Appartement am Eulenweg. Um zu sehen, ob sie auch alleine zurechtkommt. Denn „viele können sich nicht vorstellen, wie es ist, alleine zu wohnen und sind dann einsam“, erklärt Maria.Ihr machte das Alleinsein nichts aus, im Gegenteil: „In der Wohngruppe gab es oft mal Stress mit Mitbewohnern“, erklärt sie. Außerdem hat sie zum Reden ja seit 17 Jahren Claudia Kölling-Groeger, die sie als Mitarbeiterin der Lebenshilfe Landsberg betreut.

Im Haushalt lässt sich die Töpferin, die bei Regens Wagner arbeitet, nur ungern helfen. Dafür schätzt sie die Unterstützung beim Schriftverkehr und gemeinsame Freizeitaktivitäten. Zwei Jahre lang hatte sich Maria R. schrittweise darauf vorbereitet, allein zu leben. Sie lernte, mit ihren Finanzen umzugehen, passend einzukaufen und was sonst alles zum selbständigen Leben gehört. Dann zog sie in die geliebte Ein-Zimmer-Wohnung in Landsberg, die sie sich gut leisten kann.

Für die Vermieter ist es sehr vorteilhaft, Wohnungen an Klienten zu vermieten, so Claudia Kölling-Groeger. Denn die Mietzahlungen sind gesichert, da sich die Mitarbeiter der Lebenshilfe oder gegebe-nenfalls die rechtlichen Betreuer darum kümmern. Außerdem sieht ständig jemand nach dem Rechten, so die Sozialpädagogin. Die Lebenshilfe hat weiterhin Bedarf an Appartements in Landsberg und Kaufering. Andere Gemeinden sind nicht sehr beliebt, da die Bewohner zumeist auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen sind.

So genießt auch Debora St., die zuvor im nördlichen Landkreis gelebt hat, ihre neue AUW-Wohnung in Kaufering.Die 25-Jährige ist direkt aus dem Eltern-haus in die Wohnung gezogen, die sie mit einer anderen Klientin teilt. „Das klappt gut“, erzählt sie. Die Hausarbeit wird geteilt und auch beim Fernsehprogramm können sich die zwei Frauen problemlos einigen. „Kaufering ist jetzt mein richtiges Zuhause“, sagt Debora St. Ganz alleine zu wohnen, hätte sie sich derzeit nicht zugetraut. Außerdem genießt auch sie, dass eine Mitarbeiterin der Lebenshilfe zweimal wöchentlich zu ihr kommt und hilft, wo Unterstützung gewünscht und nötig ist.

Bei Debora, die in den IWL-Werkstätten arbeitet, fand die Vorbereitung auf das selbständige Wohnen in der Familie statt. Aufgrund von innerfamiliären Konflikten gab es viele Gespräche zu führen. Außerdem nahmen die Lebenshilfe-Mitarbeiter Debora zu Ausflügen mit, bei denen sie unter anderem ihre spätere Mitbewohnerin kennenlernte. Einen Haushalt zu führen, lernte Debora schon zu Hause, auch wenn sie früher „oft zu faul“ dafür war. „Jetzt bin ich viel selbständiger“, sagt die junge Frau stolz.

Wie Maria R. nahm auch Debora St. von sich aus Kontakt zur Lebenshilfe auf und bat um Unterstützung. Und die bekam sie entsprechend dem Logo der Lebenshilfe: Ein Kreis, der auffängt und betreut, aber auch offen ist zum Heraustreten, wenn es an der Zeit und zu schaffen ist. Daniela Hollrotter