HPT2-Aktuelles

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Nach fast zwei Jahren ist es endlich wieder soweit – der beliebte Projekttag der Heilpädagogischen Tagesstätte 2 (HPT 2) darf wieder stattfinden. Zwei Wochen vor den Osterferien äußerten die Kinder ihre Wünsche, welches Projekt bzw. welchen Ausflug sie gerne machen wollen. Auch die BetreuerInnen brachten Ideen ein. Das Besondere am Projekttag ist, dass alle Beteiligten gruppenunabhängig wählen, an welcher Aktion sie teilnehmen. Auf diese Weise ergeben sich völlig neue Gruppenkonstellationen und sowohl Kinder als auch BetreuerInnen lernen sich noch einmal neu kennen.

Dieses Mal gab es sechs Projekte:

Einen Ausflug in das Schwimmbad in Schongau – das Plansch

Viele Kinder wünschen sich diesen Ausflug. Da das Schwimmbad teuer ist und der Bus von den Wohnheimen nicht immer ausgeliehen werden kann, kommt er nur selten vor. So war die Freude groß bei den sechs Kindern, die mitfahren durften.

Die Kletterei in Kaufering

Auch diese Aktion ist sehr beliebt. Und die acht Kinder, die sich für dieses Projekt angemeldet hatten, freuten sich sehr. Es war ein kletterintensiver Vormittag, der allen viel Spaß gemacht hat.

Ein Besuch auf einem Bauernhof

Die Kinder waren begeistert. Hier gab es Esel, die sie streicheln durften und einen Spaziergang mit einem Pferd. „Das war ein cooler Ausflug“ strahlten die Kinder.

Eine Fahrt zur Singold Ranch

Spiele mit den Pferden und Hunden waren ein Highlight dieses Ausflugs. Das Mittagessen mussten sich die TeilnehmerInnen ein wenig verdienen: Sie sammelten im Wald Holz für das Lagerfeuer, auf dem man später die Würstchen grillte.

Ein entspannter Tag im Märchenwald

„Es war ein sehr schöner Tag“, waren sich die Kinder einig. Sie hatten sich neugierig alle Märchen angesehen und den Spielplazt samt Seilbahn erobert. Eine Fahrt mit der kleinen Bimmelbahn war sicherlich ein Höhepunkt dieses Ausflugs.

Eine Schatzsuche in Landsberg

Dieses Projekt war neu. Die Kinder und Jugendlichen luden sich mit Erlaubnis ihrer Eltern eine App namens „actionbound“ herunter. Damit startete die Schatzsuche, die sie durch die ganze Innenstadt Landsbergs lotste. Die TeilnehmerInnen mussten viele Aufgaben erfüllen und lernten dabei eine Menge über Landsberg und seine Geschichte. Am Ende meinten alle, dass es ein tolles Projekt war und sie es auf jeden Fall wieder machen würden.

Der Projekttag war wie immer ein voller Erfolg. Alle freuen sich schon jetzt auf die nächsten Ferien, wenn es wieder heißt: An welchem Projekt magst du teilnehmen? Kathrin Bendel

An einem Montag im April werden die Kinder der Heilpädagogischen Tagesstätte 2 (HPT2) mit einer sehr ungewöhnlichen Aktion überrascht – ein Musiker ist zu Gast: Paul O`Brien. Eine ehemalige Kollegin kennt den Sänger und Songwriter und hat den Kontakt zu ihm hergestellt, um den Kindern der HPT2 etwas Besonderes zu bieten.

Paul O`Brien ist englisch/irischer Herkunft und lebt jetzt in Kanada. Neben seinen Soloauftritten tritt der Musiker mit deutschen Bandmitgliedern auf. Die Songs der Band sind eine Mischung aus traditionell irischer Musik, Pop, Jazz sowie kanadischen Klängen.

O`Brien unterrichtet schon viele Jahre diverse Instrumente. Er vertritt die Philosophie, dass LehrerInnen dann am besten sind, wenn sie ihre Schüler so schnell wie möglich wieder verlieren. Eine merkwürdige Aussage! Der Musiker möchte den SchülerInnen zeigen, wie sie sich selbst etwas beibringen können. Sie lernen dabei mehr als nur ein neues Zupfmuster, sie lernen etwas über sich selbst.

Dieser besondere Mann empfängt nun die Kinder der HPT 2 in einem kleinen Raum. Die MitarbeiterInnen haben die Kinder in Gruppen eingeteilt. Trotzdem hat man den Eindruck, dass der Raum viel zu voll ist. „Hoffentlich geht das gut“, haben sich sicherlich einige BetreuerInnen gedacht. So viel Nähe führt leider oft zu Reibereien unter den Kindern.

Doch Paul O`Brien lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Er fragt die Kinder (natürlich auf Englisch!) nach ihren Namen und Musikwünschen. Und dann fängt er auf seiner Gitarre an zu spielen und zu singen. Alle Kinder sind begeistert. Sie singen mit, klatschen und denken nicht mehr daran, dass es im Raum viel zu eng ist. Einige Kinder trauen sich sogar, selbst etwas vorzusingen und werden von den anderen Kindern mit Applaus belohnt.

Leider war der Nachmittag viel zu schnell vorbei. Es war auf jeden Fall ein ganz besonderer Nachmittag mit viel Musik und einer wunderbar friedlichen Stimmung. Eine Wohltat für alle. Die HPT 2 freut sich jetzt schon, wenn Paul O`Brien sie vielleicht wieder einmal besuchen kommt.     Kathrin Bendel

Bindunsgmuster sind ein Thema, das viel zu selten zum Thema gemacht wird. Nicht so in der Heilpädagogischen Tagesstätte 2 (HPT 2): Hier beschäftigte sich das gesamte Team in einer hoch spannenden Fortbildung mit Referent Alfons Aichinger damit, wie sichere Bindung entsteht und welche Bedingungen dazu führen können, dass Kinder unsicher-ambivalente, unsicher-vermeidende oder desorganisierte Bindungsmuster entwickeln.

Für das Team besonders wichtig war, welche Verhaltensweisen Kinder bei unsicheren bzw. desorganisierten Bindungen zeigen und welche pädagogischen Strategien dann hilfreich sind. Theoretisch kannte jeder im Team die Grundzüge der Bindungsforschung. In dieser Fortbildung wurden sie aber mithilfe von Tierfiguren derart lebendig dargestellt, dass die „Nöte des kleinen Kükens und des kleinen Fuchses“ absolut nachvollziebar wurden. Küken und Fuchs sind dabei Seiten des Kindes, die für unterschiedliche Bedürfnisse stehen.

Das kleine Küken:

Dieses kleine Küken stellt das angeborene Bindungsbedürfnis dar. Bei Angst, Schmerz, Trauer oder Müdigkeit piepst und ruft es. So will es Nähe, Schutz und Trost sicherstellen. Feinfühlige Huhneltern sind ein sicherer Hafen für das Küken und helfen ihm, seine Grfühle zu regulieren. Ist das Küken beruhigt, kann der kleine Fuchs aktiviert werden und die Welt entdecken.

Der kleine Fuchs:

Auch der kleine Fuchs braucht feinfühlige Fuchseltern, die ihn ermuntern und ihm Sicherheit geben. Der kleine Fuchs ist die Seite des Kindes, die auf Entdeckungsreise geht und die Welt erforscht.

Kinder – egal ob Küken oder Fuchs – sollten in ihren ersten zwei Lebensjahren vorwiegend die Erfahrung machen, dass sie liebenswert sind, Hilfe herbeirufen und etwas bewirken können. Denn dann stellen sie sich neuen Herausforderungen wie dem Kindergartenbesuch mit einem inneren Arbeitsmodell, das von Zutrauen in sich und die Welt geprägt ist.

Es gibt aber auch Kinder, die erleben, dass manchmal die Huhneltern auf das Piepsen des Kükens reagieren, manchmal aber auch andere Seiten der Eltern im Vordergrund stehen. Dann erleben sie bei den Huhneltern beispielsweise eine zurückgezogene, depressive „Schneckenseite“, eine gewalttätige „Drachenseite“ oder eine „Papageien-Seite“, die sich über die Not des Kükens lustig macht.

Diese Kinder entwickeln Strategien, um mit diesen schwierigen Bindungssituationen umzugehen. Und ebendiese Strategien können später im Umgang mit Kindern und ErzieherInnen in der HPT zu Schwierigkeiten führen.

Das Team der HPT 2 ist nun besser gerüstet, Küken und Fuchs zu sehen und zu begleiten – auch wenn zunächst einmal „Schnappschildkröte“, „kleiner Drache“ oder „einsamer Wolf“ den Gruppenraum betreten. Kerstin Bremer

In der Heilpädagogischen Tagesstätte 2 (HPT 2) gibt es seit einiger Zeit ein neues Angebot: Tiergestützte Ergotherapie mit Schnecken. Die Tiere leben seit einigen Monaten in einem geräumigen Terrarium im Ergozimmer. Jetzt fragt sicher der ein oder andere: Schnecken??? Wie geht das?

In einem kleinen Interview gehe ich der Frage auf den Grund.

Frage: Wie kommt man auf die Idee, Schnecken als Therapiebegleittiere einzusetzen?

Ergotherapeutin: Genauer gesagt handelt es sich um Achatschnecken. Sie werden ziemlich groß und sind toll zu beobachten, vermitteln Ruhe und fördern Gelassenheit und Geduld. Es ist faszinierend, dass sie die Regeln der Physik scheinbar aus den Angeln heben und an der Decke entlanglaufen können. Auch das Gefühl, sie auf der Hand zu halten ist nicht so eklig wie man es sich vielleicht denkt, sondern eher sanft und feucht.

Frage: Was macht die Kombi zwischen Tiergestützter Therapie und Ergotherapie so besonders?

Ergotherapeutin: In der Ergotherapie ist vor allem ein ganzheitlicher Ansatz wichtig, das heißt beim Menschen werden der Geist, die Seele und der Körper berücksichtigt. Tiere haben genau diese Wirkweise. Das Wichtigste jedoch in der Tiergestützten Ergotherapie ist, dass sowohl der Mensch als auch das Tier einen Mehrwert aus einer direkten oder indirekten Begegnung beziehen.

Frage: Wie werden die Schnecken eingesetzt?

Ergotherapeutin: Viele Kinder kommen erst einmal ins Zimmer und beobachten die Schnecken in ihrer kleinen Welt im Terrarium. Einige nehmen sie sogar auf die Hand. Achatschnecken sind ganz harmonische Zeitgenossen: Im Umgang mit ihnen muss eine ruhige Atmosphäre herrschen, da sie sich ansonsten, bei nicht entsprechendem Verhalten der Menschen, zurückziehen. G., sieben, ist einer, den man früher Zappelphilipp genannt hätte: Ununterbrochen in Bewegung, keine Sekunde still. Nur wenn Schnecke Anja auf seinem Arm sitzt, bleibt er minutenlang ruhig und konzentriert. Denn er will, dass sich die Schnecke zeigt und aus ihrem Haus kommt.

Die meisten Kinder werden nach einigen Minuten deutlich ruhiger und sind bereit, sich auf ein Angebot meinerseits einzulassen.

Leider hat unsere Ergotherapeutin die HPT2 aus privaten Gründen verlassen. Die Schnecken sind aber geblieben. Sie werden nun jeden Monat von einer anderen Gruppe betreut und gepflegt. Auch ohne die professionelle Herangehensweise unserer Ergotherapeutin lieben die Kinder diese ruhigen Tiere, freuen sich auf ihren Betreuungsmonat und werden sicherlich davon profitieren.      Kathrin Bendel

 

„Ich fragte eine Schnecke, warum sie so langsam wäre.

Sie antwortete, dadurch hätte sie mehr Zeit, die Welt zu sehen.“

Wolfgang J. Reus

Wir schauen von der Natur ab

Die Natur spielt in der Entwicklung eines Menschen eine besondere Rolle. Wir sind Teil der Natur und in unserer Entwicklung auf das Engste mit ihr verbunden. Zusammen mit Tieren, Pflanzen, Wäldern, Wiesen und all seinen Landschaftsformen bilden wir die uns prägende Umwelt.  Als Erlebnispädagogin in der Heilpädagogischen Tagesstätte 2 (HPT2) versuche ich, für jedes Kind ein individuelles Band mit der Natur zu knüpfen und somit eine Atmosphäre zu schaffen, die erholsam und entspannend ist.

Erlebte Natur ist der Ort unserer Erinnerungen an Empfindungen. Denken wir als erwachsene Menschen an unsere Kindheit zurück fallen vielen von uns in erster Linie Erlebnisse ein, die wir stark mit der Natur in Verbindung bringen: wilde Schlittenfahrten im Winter, hübsche Blumenkränze binden, eine spannende Nachtwanderung im Wald, Muscheln suchen am Strand, eine anstrengende Wanderung auf den Berg...

Die Kinder in der heutigen Zeit haben häufig nicht mehr so viel Gelegenheit, ihre Zeit in und mit der Natur zu verbringen. Damit gehen ihnen essentielle Erfahrungen verloren, der sehr wichtig für eine gesunde Entwicklung sind.

Wenn Kinder die Gelegenheit bekommen, im Freien, in der Natur zu spielen, passiert häufig etwas Phantastisches: Sie wirken verändert. Vorausgesetzt sie erleben in ihrem „Draußen unterwegs sein“ ausreichend Raum in mehrerlei Hinsicht. Gemeint ist nicht nur die erlebte und bespielte Natur, die ihnen begegnet, sondern damit verknüpft ist auch der Freiraum, den sie mit allen Sinnen in sich aufnehmen können. In und mit der Natur Freiheit erleben, Erfahrungen sammeln, selbstwirksam sein, ist der Sinn von Begegnungen in und mit der Natur.

Faszination Tierwelt

In der Naturpädagogik geht es ganz bewusst langsam zu. Die schönen Fleckchen werden bestaunt, erforscht, vielleicht auch fotografiert. Mit vielen Spielen, kreativen Angeboten, Geschichten und vielem mehr machen die Kinder ihre Erfahrungen in und mit der Natur und sammeln dabei viele kostbare Erlebnisse und positive Erinnerungen.

In diese naturpädagogischen Projekte können viele Themen einfließen: Zum Beispiel „Steinzeit“, „verschiedene Lebensräume mit all ihren Bewohnern (Wald, Wiese, See…)“, „Technik und Natur (Bionik)“, „verschiedene Tiere genauer betrachtet“.

Ganz nebenbei erkennen sich die Kinder als wichtigen Teil der Natur und erfahren, welchen Einfluss sie auf ihre Umwelt haben. Dabei geht es ganz nach dem Motto: Das, was wir kennen und lieben gelernt haben, werden wir auch beschützen.                                                                            Kathrin Bendel

Wir malen wie die Steinzeitmenschen

Plötzlich ertönt leise Musik. Von ganz hinten kommen langsam, fast schwebend, zwei wundersame Gestalten. Sie tanzen in fantasievollen Kostümen auf ihren Stelzen zu leiser Musik – und verzaubern damit Kinder und Erwachsene, die von der Lebenshilfe Landsberg betreut werden.

Normalerweise sind Julia Dietze und Mirjam Kendler bei Veranstaltungen und Festivals wie dem Tollwood in München zu Gast. In Pandemiezeiten, in denen keine Festivals stattfinden, haben die beiden Stelzentänzerinnen das „Fenstertheater“ ins Leben gerufen. Schon seit dem ersten Lockdown treten sie in den unterschiedlichsten Einrichtungen auf und beglücken Jung und Alt mit ihrem kreativen Stelzentanz.

In der Heilpädagogischen Tagesstätte 2 hatten die Kinder gespannt auf den Auftritt gewartet und dann fasziniert zugesehen. Sie klatschten nach jedem einzelnen Musiktitel und waren am Ende restlos begeistert.                                                                                                 Kathrin Bendel


Wie kann man in Corona-Zeiten mit den Kindern Theater spielen und den anderen Gruppen vorführen? Der pädagogische und psychologische Fachdienst der Heilpädagogischen Tagesstätte 2 (HPT2) war wieder einmal kreativ und fand eine erstaunliche Lösung.

Im Rahmen des KB-KB Angebots entstand ein etwas größer angelegtes Projekt daraus. In der ersten Woche bekamen die Gruppen eine Auswahl an Märchen mit der dazugehörigen Aufgabe, sich eines herauszusuchen und fünf bis zehn Fehler in den Text einzubauen.

In der zweiten Woche trafen sich die Gruppen mit dem Fachdienst und überlegten, auf welche Weise sie ihr Theater aufführen wollen und welche Requisiten sie dafür brauchen. Alle Kinder waren mit Freude dabei und entwickelten einen Plan für ihr Theater. Natürlich galt absolute Geheimstufe. Es sollte ja eine Überraschung für die anderen Gruppen sein.

In der dritten Woche wurde es Ernst. Denn an diesem Tag kam die Idee zum Einsatz, die unterschiedlichen Theater in die Gruppen zu bringen. Jede Gruppe führte ihr Stück auf und der Fachdienst filmte sie dabei. Das war sehr aufregend. Da die Theaterstücke nicht wochenlang eingeübt werden sollten, gab es genau einen Versuch. Satz für Satz lasen die Gruppen den Text und überlegen dann, wie die Szene gespielt werden muss. Danach spielten die Kinder und die Kamera nahm alles auf.

Die Kreativität der Gruppen war wirklich erstaunlich. Jede Gruppe hatte ihre eigenen Ideen. Es gab Gelbkäppchen, Grünkäppchen, Blaukäppchen und andere. Einige führten ein Theaterstück mit Sprechrollen auf, andere Stummfilm, Puppentheater, Szenenfotos oder auch Schattentheater.

In der vierten Woche war es soweit. Die Fachdienste luden alle Gruppen zu einem Filmevent in den Keller ein. Natürlich jede Gruppe für sich – ganz coronakonform… Die Fachdienste bauten ein Kino auf, mit Kinosesseln, Vorhang und allem drum und dran. Alle Kinder hatten ihren Spaß beim Theaterschauen und versuchten, die eingebauten Fehler zu finden.

Am Ende gab es für jedes einzelne Stück spontanen Applaus… Wie im richtigen Theater! Ein wunderbares Projekt mit viel Spaß und Begeisterung auf allen Seiten. Kathrin Bendel

Die Ferien sind da und das Wetter lädt ein, einen schönen Ausflug in die Natur zu unternehmen. Die Heilpädagogische Tagesstätte 2 leiht sich einen Bus und fährt gleich nach dem Frühstück los. Das Ziel ist Paterzell. Hier gibt es etwas in Deutschland Einmaliges – den Paterzeller Eibenwald! Über 2000 Alteiben stehen dort in einem der ältesten Naturschutzgebiete Deutschlands.

Schon der Parkplatz wirkt besonders. Eingerahmt von vielen alten Bäumen bekommen wir bereits hier einen Eindruck davon, was uns erwartet. Die Kinder und auch Betreuer hören gespannt zu, als die Erlebnispädagogin von den interessanten Eigenschaften der Eibe erzählt:

„Die Eibe ist der einzige giftige Nadelbaum, der bei uns wächst. Schon wenige Nadeln können ein Pferd töten. Darum wurden Eiben früher von Fuhrleuten und Bauern oft beseitigt und fast ausgerottet. Rehe dagegen schätzen die jungen Triebe einer Eibe. Sie haben gelernt, nur so viel zu fressen, wie sie auch vertragen können. Für den Menschen sind hauptsächlich die Beeren gefährlich.“

Langsam gehen wir in den Wald hinein. Schon bald entdecken wir die ersten großen Eiben und bewundern die rote Rinde und die oft eigenwillig geformten Stämme. Manche sehen aus wie Korkenzieher, andere sind innen hohl und wachsen trotzdem weiter.

Wir erfahren den zweiten Grund, warum dieser schöne Baum fast ausgestorben ist: „Das Holz der Eibe war früher sehr begehrt. Die Leute bauten sich Armbrüste und Bögen daraus. Viele Ritter und Fürsten wollten sich Hecken aus Eiben anbauen, um genug Holz für Waffen zu haben. Das Problem dabei war, dass die Eibe extrem langsam wächst und sie Hunderte von Jahren braucht, um groß genug zu sein für die Waffenherstellung. Daher war der Baum schon um 1600 in Oberbayern weitgehend ausgerottet.“

Die Kinder sind begeistert von der Ursprünglichkeit des Eibenwaldes. Sie entdecken am laufenden Band neue Dinge: Spuren von Wildtieren, die verschiedensten Pilze, Pflanzen und andere Schätze der Natur. Sie springen über den kleinen Bach, der uns fast den ganzen Weg begleitet und genießen in vollen Zügen die schöne Atmosphäre des Waldes.

Eine weitere Geschichte: „Die Eibe ist der älteste Baum, der bei uns existiert. Sie gibt es bereits seit 600.000 Jahren und überlebte damit auch die letzte Eiszeit. Diese Zeit überdauerten nur wenige Pflanzen. Dies macht sie auch sehr geheimnisvoll. Früher glaubten die Kelten und Germanen, dass die Eibe heilig sei und benutzten die Zweige zur Abwehr von bösen Zaubern und Dämonen.“

Fasziniert hören die Kinder den Geschichten zu und fragen bei allem was sie finden neugierig nach. An einem besonders schönen Platz machen wir Rast und verspeisen hungrig unsere Brote. Schon bald danach sind wir wieder am Parkplatz. Ein wunderbarer Ausflug neigt sich dem Ende zu. Aber - da sind sich alle sicher - wir werden bestimmt wieder in diesen einmaligen Wald fahren, um die herrlich geheimnisvolle Stimmung noch einmal zu genießen. Kathrin Bendel

Liebe Eltern, Kinder und Jugendliche,

jede Woche gibt es Veränderungen in Sachen Corona. Die Schulen öffnen langsam wieder und auch die Gruppen in der HPT2 füllen sich. Die Situation ist aber nach wie vor alles andere als “normal”.

Es stellt sich aber bei allen Hygiene- und Abstandsregeln so eine Art “neuer Alltag” ein. Dass das Beachten aller neuer Regeln sehr anstrengend ist, versteht sich von selbst. Trotzdem ist es sehr schön wieder einige unserer Kinder bei uns begrüßen zu dürfen. Andere Kinder sehen wir nach wie vor online oder hören sie oder ihre Eltern am Telefon.

Schweren Herzens haben wir uns entschieden, das diesjährige Familienwochenende und auch die Ferienfreizeit des Jugendhilfebereichs, die in der ersten Sommerferienwoche hätte stattfinden sollen, abzusagen. Wir haben für die Corona-Zeit ein Hygienekonzept erarbeitet, das regelmäßig an die neuesten Bestimmungen angepasst wird.

Seit dem 16.3.2020 dürfen die Kinder nicht mehr in die Schule und somit auch nicht mehr in die HPT2 gehen. Das bedeutet für alle eine sehr ungewöhnliche und durchaus auch schwierige Situation. Die Mitarbeiter der HPT2 versuchen das Beste daraus zu machen – jeder auf eine andere Art.

Einige Mitarbeiter helfen in den Wohnheimen der Lebenshilfe aus. Das ist deshalb so wichtig, weil auch die Werkstätten für Menschen mit Behinderung geschlossen haben und somit rund um die Uhr Betreuer benötigt werden. Diese Kollegen berichten, dass es recht interessant ist und sowohl die Mitarbeiter als auch die Bewohner dankbar sind für die Unterstützung.

Andere Mitarbeiter sitzen am Computer, erledigen allen Papierkram und bereiten schon die alljährlichen Entwicklungsberichte vor. Wieder andere Mitarbeiter verschönern die HPT drinnen und draußen. Viele Räume erstrahlen in einem neuen Glanz, damit sich die Kinder wieder wohlfühlen, wenn sie wiederkommen dürfen. Um den Kindern und auch den Eltern die Zeit ein wenig zu erleichtern, rufen wir sie einmal in der Woche an und erkundigen uns, wie es ihnen geht und bieten telefonisch Hilfe und Ideen gegen Langeweile an. Auch ein wöchentlich erscheinender Newsletter, den die Leitung und die Psychologin entwickeln, soll ein wenig Abwechslung in den Alltag der Familien bringen. Hier gibt es Rezepte zum Nachbacken, Spiel- und Bastelideen und Informationen rund um die Tätigkeiten der Mitarbeiter und Veränderungen in der HPT.

Einige Therapeuten versuchen mit dem Programm „Zoom“ über das Internet Therapien bzw. Hilfe bei den Hausaufgaben anzubieten. Über das gleiche Medium laden auch die Psychologin und die Erlebnispädagogin Kinder ein, um über das Internet mit Kindern aus der HPT zu spielen, zu basteln oder einfach zu ratschen. Auf diese Weise können alle den Kontakt ein wenig halten und gemeinsam diese Krise überstehen. Kathrin Bendel

Schon seit einiger Zeit gibt es in der Heilpädagogischen Tagesstätte 2 der Lebenshilfe in Landsberg immer wieder einmal Elterncafés. In gemütlicher Runde bei Kaffee und Knabbereien können sich die Eltern untereinander und mit unseren Fachdiensten austauschen. Besonders gut angenommen wird das Angebot, wenn es um Themen geht, die gerade für viele Eltern aktuell sind. So waren beispielsweise die Cafés zu den Themen mehrsprachige Erziehung, Hausaufgaben und Freizeitgestaltung sehr gut besucht.
Im September hat sich das gesamte Team der Tagesstätte sich mit Themen wie „Elterlicher Präsenz“ und „Stärke statt Macht“ vom israelischen Psychologen Haim Omer auseinandergesetzt. Zu den ersten Inhalten daraus haben die sozialpädagogische Familienhilfe und eine Psychologin mit den Eltern an zwei Café-Terminen das Gespräch gesucht. Es ging darum, wie Eltern ihre Kinder gut in die Selbständigkeit begleiten können, wann eine offene Aufmerksamkeit für das, was die Kinder gerade beschäftigt, angebracht und sinnvoll erscheint und wie es den Eltern mit ihren sehr unterschiedlichen Kindern gelingt, diese zu pflegen.
Sehr schnell wurde sich dann auch darüber unterhalten, wann die Eltern in Sorge geraten und nicht mehr „nur“ interessiert nachfragen, sondern schon sehr gezielt ein Thema besprechen. In beiden Café-Terminen dominierte schnell das Thema „Medien“ die Diskussion. Während „früher“ zu spätes Nachhausekommen oder waghalsige Aktionen die Besorgnis von Eltern erregte, ist es nun die extrem häufige und teilweise suchtartige Nutzung von Medien, die Eltern und Pädagogen vor Herausforderungen stellen. Der Austausch war wieder sehr interessant und die Fortsetzung folgt. Kerstin Bremer

In der HPT wollen wir den Kindern immer mehr Möglichkeiten bieten sich zu beteiligen bzw. mitzureden. Dies und die Tatsache, dass viele unserer Kinder über wenig Wissen verfügen, wie unsere Welt funktioniert, brachte uns auf eine neue Idee: Die Forscher-Projekte! Jede Woche gibt es jetzt einen Aushang mit 2-3 Projekten und einer Anmeldeliste. Die Projekte sind Experimente aus allen Teilen der Wissenschaft wie Physik, Chemie oder Biologie. Aber auch Kochexperimente, Detektivlehrgänge oder Anleitungen für Upcycling-Spiele uvm. Die Kinder können sich die jeweiligen Projekte ansehen und sind selbst dafür verantwortlich, sich in die Anmeldeliste einzutragen. Diese Eigenverantwortung war für die Kinder anfangs sehr schwierig. Sie sind es ja gewöhnt, dass die Erwachsenen ihr „Programm“ zusammenstellen. Sei es nun in der Schule mit dem Stundenplan oder auch in der HPT mit den festgelegten Zeiten für Essen, Hausaufgaben, Therapien usw. Das Angebot der Forscher-Projekte zwang sie nun, darüber nachzudenken, was ihnen Spaß machen würde und ob sie an den entsprechenden Tagen auch Zeit dafür haben. Dieser Prozess benötigte ein wenig Zeit. Es sind auch noch nicht alle Kinder in der Lage, dieses Angebot für sich wahrzunehmen. Aber einige schaffen es mittlerweile sehr gut, sich das Programm für die Woche anzusehen, zu wählen und auch zu organisieren, dass sie Zeit haben. Eines ist sicher. Die Forscher-Projekte kommen gut an. Die Kinder sind begeistert, gemeinsam mit anderen zu experimentieren und etwas über ihre Umwelt zu lernen. Kathrin Bendel

selbst gebautes Spektroskop Spektroskop

Mit diesem gebasteltem Spektroskop haben wir erforscht, dass jede Lichtquelle eine unterschiedliche Zusammensetzung an Farben hat

Wie jedes Jahr zur Nikolauszeit kam die Einladung vom Lions-Club: Gemeinsam mit 280 Teilnehmern durften sich die Kinder der HPT2 und ihre Betreuer auf einen lustigen Kino-Nachmittag im Olympia-Kino freuen. Aufgeregt beeilten sich alle mit dem Mittagessen, um pünktlich um 14:15 im Kino zu sein.

Kinosaal

Gleich zu Beginn kam der Nikolaus und sang mit allen ein Lied und erzählte eine schöne Geschichte von den Engeln. Jedes Kind bekam einen kleinen Teller mit Kuchen und etwas zu trinken. So fühlten sich alle gleich rundum zufrieden.

Dann begann der Film. Bei Shaun das Schaf: Ufoalarm wurde viel gelacht und es hatten selbst die größeren Kinder ihren Spaß. Zum Schluss gab es noch für jedes Kind ein kleines Geschenk. Insgesamt war es wieder eine sehr angenehme und entspannte Atmosphäre und wir freuen uns schon auf das nächste Jahr, wenn es wieder heißt: Der Lions-Club lädt ein… Kathrin Bendel

Die letzten Tage vor den Weihnachtsferien beginnen, die Kinder sind furchtbar aufgeregt und das Wetter spielt verrückt. Statt kaltem Winterwetter steigen die Temperaturen, die Sonne scheint und man hat eher ein Gefühl von Vorfrühling. Damit trotzdem ein Hauch von Weihnachten entstehen kann, planen wir spontan eine kleine Weihnachtsfeier im Garten. Es gibt Punsch und Stockbrot am Lagerfeuer. Einige Jungs kümmern sich mit Schnitzmessern um die Stöcke für das Stockbrot.

Stockbrot braten Kinderpunsch

Eine wunderbar friedliche und harmonische Stimmung entsteht, die den ganzen Nachmittag anhält. Für uns heißt das nun: Auch wenn der Wetterbericht nicht wirklich der Jahreszeit entspricht – wir machen das beste daraus.  Kathrin Bendel

Im Winter haben wir bereits von unserer phantastischen Errungenschaft berichtet: Die Heilpädagogische Tagesstätte 2 für Kinder im Schulalter besitzt jetzt einen Boulderblock für therapeutische und pädagogische Angebote und natürlich auch für jede Menge Spaß im Freizeitbereich. Anders als bei einem herkömmlichen Klettergerüst können wir dieses Gerät durch regelmäßiges „Umschrauben“ interessant halten und an die Bedürfnisse unserer Kinder und Jugendlichen anpassen.

BouldernFast zwei Monate stand der Boulderblock auf dem Gelände. Die Jungen und Mädchen beäugten ihn, sprachen darüber, wunderten sich, fragten, aber nichts geschah. Das Wetter machte es schlicht unmöglich, die ersten Griffe zu montieren und das lang ersehnte Gerät in Betrieb zu nehmen.

Dann war es endlich soweit: Die Griffe waren montiert und gemeinsam mit allen Kindern und Jugendlichen weihte die Leiterin der Tagesstätte, Sabine Pott, den Block ein und es durfte drauflos geklettert werden. Inzwischen haben wir die Routen schon einmal verändert und der nächste Umbau ist geplant. Dies macht zugegebenermaßen nicht nur den Kindern Spaß.

Für alle, die sich fragen, was die HPT2 – außer „nur zu bouldern“ jetzt tatsächlich mit dem Block macht: Beim Maifest testeten ganze Familien ihr Gedächtnis und lösten ein Memory. Dazu mussten sie sich merken, auf welchen Griffen welche Tierfiguren standen und diese, nachdem sie vom Spielleiter abgenommen wurden, wieder richtig platzieren. Ganz schön knifflig und sehr spaßig. Noch mehr Spaß machte es einigen, auszuwürfeln, mit welchem Körperteil sie welchen Griff erreichen müssen. Also mit dem rechten Ohr an Griff Nummer 10, mit dem Knie an Griff Nummer 2 und so weiter. Diese und andere kleine Kletterspiele hat auch eine kleine Gruppe von Kindern ausprobiert. Und das Wichtigste an allen diesen Spielen: Gemeinsam geht es immer besser.

Übrigens: Wer sich von der Seite www.bildungsspender.de/hpt2-lebenshilfe-landsberg aus auf einen von vielen Online-Shops weiterleiten lässt, sammelt Spenden für die Finanzierung unseres Projektes, ohne selbst einen Cent mehr auszugeben…   Kerstin Bremer

Das ist das Motto des pädagogischen Fachdienstes im Bereich Erlebnispädagogik der Heilpädagogischen Tagesstätte 2. Mit Spiel und Spaß stärken wir das Selbstvertrauen der Kinder und Jugendlichen und fördern ihre sozialen Kompetenzen. Es entstanden Waldgruppen, eine erlebnispädagogische Spielgruppe, eine „Wir-fürs-Haus-Gruppe“ und ein Jugendtreff. Die Gruppen unterscheiden sich sehr voneinander und haben doch immer das Hauptziel, gemeinsame positive Erlebnisse zu schaffen und Aufgaben zusammen zu meistern.

In der „Wir fürs Haus“ Gruppe dürfen die Kinder gemeinsam entwickelte Projekte für das Haus herstellen, wie z.B. Sitzgelegenheiten für den Garten. Die Waldgruppen sind jede Woche in der Umgebung Landsbergs unterwegs. Für viele Kinder, die als Freizeitprogramm lediglich elektronische Geräte kennen, ist dies eine völlig neue Erfahrung. Hier gibt es nur ganz wenig gezielte Spielangebote. Die Kinder sollen lernen, dass sie auch ohne Handy oder Laptop gemeinsam Zeit verbringen können und dabei Spaß haben. Ganz nebenbei erfahren sie vieles über Pflanzen und Tiere, Naturschutz und andere Themen rund um unsere Umwelt.

Natur-Mandala
Wir hinterlassen Kunst im Wald

In der erlebnispädagogischen Spielgruppe lösen die Kinder jede Woche die unterschiedlichsten Aufgaben. Ziel ist es hier, mit Spaß gemeinsam Probleme zu lösen und zu erfahren, dass man gemeinsam schneller und besser an ein Ziel gelangen kann. Der Jugendtreff ist ein Angebot an die älteren Kinder ab zwölf Jahren. Diese haben sich oft beschwert, dass sie in ihren Gruppen viele Themen nicht besprechen können und sich auch häufig dem Programm für die jüngeren Kinder unterordnen müssen. Der Jugendtreff soll ihnen die Möglichkeit geben, Zeit mit Gleichaltrigen zu verbringen, ihre Musik zu hören, altersentsprechende Zeitschriften zu lesen und mehr. Auch soll es darum gehen, mit den Jugendlichen gemeinsam Ideen zu entwickeln, wie sie ihre Freizeit verbringen können. Themen wie sinnvoller Umgang mit dem Internet werden ebenfalls bearbeitet.

Kanufahrt auf der Altmühl
Abenteuer pur - eine Kanufahrt auf der Altmühl

Den Raum für diesen Treff durften die Jugendlichen selbst gestalten. Darauf sind sie stolz und legen viel Wert darauf, dass er von keinem anderen Kind benutzt wird. Der bisherige Höhepunkt für die Jugendlichen war das Jugendwochenende mit Zelten und Kanufahren an und auf der Altmühl. Ein Highlight, das für viele positive Erinnerungen gesorgt hat.   Kathrin Bendel


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