HPT1-Aktuelles

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Martin (5) steht mit eingeseiften Händen am Waschbecken. Er schaut verträumt durch die Gegend und weiß nicht was er tun soll. Als Ergotherapeutin in der Heilpädagogischen Tagesstätte 1 (HPT1) unterstütze ich ihn nun, indem ich seine Hand zum Wasserhahn führe, sodass Martin ihn öffnet. So kann er zusammen mit mir die Handlung „Hände waschen“ teils selbstständig umsetzen. Die Selbstversorgung ist eines der drei großen Teilbereiche, mit denen sich die Ergotherapie im Alltag eines Kindes beschäftigt.

Ergotherapie beginnt nicht am Waschbecken im Kindergarten, sondern schon zuhause in der Früh beim Aufstehen. Steht Martin auf, wenn er von der Mutter geweckt wird? Geht er ins Badezimmer zum Zähne putzen oder fehlt es ihm an Motivation, Antrieb oder hat er Einschränkungen in der Handlungsplanung und -umsetzung? „Lieber will ich liegen bleiben, es ist mitten in der Nacht.“, sagt er.

Mit Eltern und Erziehern werden Beeinträchtigungen im Bereich der Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit des Kindes erörtert. Um eine bestmögliche Förderung zu gewährleisten, wird das Kind an seinem aktuellen Entwicklungsstand abgeholt.

Martin fällt es also schwer, sich die Hände selbstständig zu waschen. Woran kann es liegen? Es gibt viele verschiedene Hypothesen dafür. Mit Martin wird die Handlung „Hände waschen“ bis ins kleinste Detail besprochen. Anhand von Bildkarten (Trans-pics) aus der Logopädie wird ihm gleichzeitig die Handlung visuell vor Augen geführt. In der Physiotherapie werden fein- und grobmotorische Fähigkeiten gefördert. Ein interdisziplinäres Team, also die Zusammenarbeit aller Therapeuten und Erzieher am gleichen Ziel ist besonders in unserer HPT 1 extrem wichtig.

Martin hat nicht nur in der Selbstversorgung Probleme, sondern auch in der Produktivität – zum Beispiel beim Ausmalen eines Bildes. Hierbei macht ihm das Halten eines Stiftes große Schwierigkeiten. Er hält ihn viel zu fest, sodass er oft raus malt oder seine Hand nach ein paar Minuten schmerzt. Schwungübungen auf einem großen Blatt Papier, verschiedene Spiele zur Förderung der Kraftdosierung wie zum Beispiel mit einer Therapieknete oder Adaptionsmöglichkeiten wie eine Griffverdickung am Stift können ihm helfen.

Ein weiterer Bereich, auf den die Ergotherapie ihren Fokus legt, ist die Freizeit. Martin geht mit seinen Eltern auf einen Spielplatz, hier trifft er auf andere Kinder in seinem Alter. Diese Situation löst in ihm Unsicherheit und Schüchternheit aus. Er zieht sich zurück, spielt alleine oder bleibt bei seinen Eltern. Ihm fällt es schwer, in soziale Interaktion zu treten. Das positive Bestärken nach jedem Versuch und Rollenspiele mit anschaulichen verbalen Beispielen stärken ihn in der Entwicklung seines Selbstbewusstseins und seines Selbstwertes. Der Übertrag von Beispielen in den Alltag ist hierbei sehr wichtig.

Nicht nur Martin, sondern auch Kinder mit mehrfacher schwerer Behinderung erhalten in der HPT1 gezielte Förderung im Bereich der Ergotherapie. Aufgrund einer angeborenen oder erworbenen Schädigung des Nervensystems leiden diese Kinder unter Wahrnehmungsstörungen. Dies führt dazu, dass sie das Gefühl zu ihrem Körper und dessen Bezug zur Umwelt nicht altersentsprechend entwickeln und somit bestimmte Handlungsabläufe nicht ausführen können – zum Beispiel Schuhe anziehen. Hier spüren betroffene Kinder nicht, ob die komplette Fußsohle im Winterschuh ist.

Das Affolter-Modell oder auch die sogenannte „geführte Interaktionstherapie“ setzt genau an dieser Stelle an. Der Therapeut führt den Körper des Kindes in alltägliche Handlungen, damit eine Beziehung zur Umwelt entsteht und praktisch und alltagsbezogen gelernt werden kann.

Martin dagegen wird im Hinblick auf die Schule an einer Vorschulgruppe der Ergotherapie teilnehmen. Hierbei wird nochmal ein Augenmerk auf die Konzentrationsfähigkeit, Anstrengungsbereitschaft, Stifthaltung und soziale Interaktion gelegt. Das Händewaschen gelingt ihm mittlerweile auch alleine schon sehr gut. Verena Riedl

Bild NikolausDer Nikolaus lässt sich auch von Corona nicht davon abhalten, die Kinder zu besuchen und zu beschenken. Mit gebührendem Abstand las er den Buben und Mädchen im festliche geschmückten Psychomotorikraum vor, was die Englein über sie im Goldenen Buch aufgeschrieben hatten. Der Heilige Mann freute sich über die Gedichte, Bilder und Lieder, die ihm die Kinder der HPT1 vortragen. Zur Belohnung gab es am Ende für jedes Kind ein Nikolaussäckchen. Zu seinem Besuch hatte der Nikolaus seinen Gehilfen, den Krampus mitgebracht, der ihm den Stab hielt  und die Geschenke für die Kinder reichte.

Liebe Eltern/Erziehungsberechtigte,

laut neuestem "Rahmenhygieneplan Kindertagesbetreuung und HPT" gelten aktuell folgende Regelungen im Umgang mit Kindern mit Erkältungssymptomen:

  • Nur Kinder im guten Allgemeinzustand betreten das Haus. Hier appellieren wir an die Eltern, sehr genau auf den Gesundheitszustand ihres Kindes zu achten. Wenn Kinder eine Schnupfennase oder gelegentlichen Husten haben, jedoch im guten Allgemeinzustand sind, dürfen sie die HPT betreten.
  • Kranke Kinder in reduziertem Allgemeinzustand mit Fieber (ab 38 °C), starkem Husten, Hals- oder Ohrenschmerzen, Bauchschmerzen, Erbrechen oder Durchfall haben keinen Zugang zur Tagesstätte.
  • Nach einer Erkrankung dürfen Kinder die Einrichtung nur betreten, wenn sie 48 Stunden lang symptomfrei waren (bis auf leichten Schnupfen und gelegentlichen Husten).
    Eine schriftliche Bestätigung der Eltern/Erziehungsberechtigten über die Symptomfreiheit von mindestens 48 Stunden muss der Einrichtungsleitung vorgelegt werden.
  • Es werden keine Kinder betreut, wenn ein Familienangehöriger/ein Haushaltsmitglied an COVID-19 erkrankt ist. Die Eltern/Erziehungsberechtigten erklären sich bereit, die HPT über Erkrankungen in ihrem nahen Umfeld zu informieren.

Weitere Informationen finden Sie auch in unserem aktuellen Hygienekonzept.

Liebe Eltern der HPT1-Kinder,

wenn Sie Neuigkeiten aus der HPT1 erfahren möchten, Fotos und Videos sehen wollen, wie es derzeit bei uns aussieht und vor allem Tipps gegen Langeweile haben möchten, senden wir Ihnen gerne unsere HPT1-Info zu. Einfach Mail an: Daniela-Hollrotter(at)lebenshilfe-landsberg.de.

Faschingsspiele 2020-2 Faschingsspiele 2020-1

Am rußigen Freitag ging es gleich weiter mit dem fröhlichen Faschingstreiben in der HPT1: Piraten, Prinzessinnen, Clowns, Ritter und viele mehr vergnügten sich beim Topfschlagen, Dosenwerfen, Schneckenrennen, bei einem Labyrinth, der Reise nach Jerusalem oder einem Ufo-Lauf.

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Fasching 2020-2 Fasching 2020

Für die närrische Jahreszeit 2020 hatten sich Kinder und Betreuer das Motto “Spiele” ausgesucht. Deshalb gab es beim Faschingstreiben am Lumpigen Donnerstag “Tempo kleine Schnecke” und “Uno” mit lebenden Spielfiguren, ein Rate-Schattenspiel zum “Junior-Labyrinth”, zauberhafte Würfel und dazwischen etliche Singspiele mit Pinguinen und mehr. Die Kinder freuten sich über den großen Applaus für ihre Darbietungen in der Aula.


Deutschkurs

Kommunikation ist nur durch gleiche Sprache möglich. Deshalb bietet Gabi Römer in der HPT 1 Unterricht für Eltern, die Deutsch lernen wollen, an. Die Erzieherin sieht die Eltern und die Pädagogen in einer Erziehungspartnerschaft, sozusagen als Spezialisten Zuhause und als Spezialisten in der HPT. Sie möchte einen guten Austausch untereinander fördern und für alle Beteiligten erleichtern.

Bisher nehmen nur Frauen am einstündigen Unterricht teil, der einmal pro Woche stattfindet. Da die Gruppe aus zwei bis vier Personen besteht, ist sehr viel Individualität möglich. Gabi Römer kann auf aktuelle Themen oder Probleme der einzelnen Frauen eingehen und nach Lösungen suchen.

So übt sie mit ihren “Schülerinnen” Zahlen, Uhrzeiten und die wichtigsten Begriffe für Terminvereinbarungen, Einkäufe und Telefonate. Auch Begrüßungen und Höflichkeitsfloskeln werden erarbeitet.

In einfacher Sprache und Gesten übersetzen die Mütter Elternbriefe oder erarbeiten gemeinsam den Hintergrund von Festen. Die Gruppe hat dabei viel Spaß und es wird auch herzlich gelacht.

Der grammatikalische Schwerpunkt ist momentan noch die Gegenwart. Auch die Rechtschreibung wird geübt. “Aber da bin ich nicht so streng”, lacht Gabi Römer, Hauptsache man verstehe was gemeint sei. Die Rechtschreibung sei dann der nächste Schritt. Sabine Franz

Nikolaus 2019Am 6. Dezember herrschte schon morgens eine besondere Stimmung in der Tagesstätte. In den Gruppen übten die Kinder eifrig Nikolausgedichte und -lieder. Die Erzieher hängten schnell noch etwas Weihnachtsdekoration auf, holten einen großen Korbstuhl in das Zimmer und stellten den Adventskranz bereit. Immer wieder war ein Glöckchen im Gang zu hören, leise ging jemand durchs Haus. Die Erwachsenen verhielten sich sehr geheimnisvoll und spitzten immer wieder in den Flur hinaus.

Endlich war es soweit, es klopfte an die Zimmertür und der Nikolaus trat ein. Aufgeregte Kinder begrüßten ihn freudig. Ein Kind in jeder Gruppe durfte den Stab halten, damit der Nikolaus sein goldenes Buch herausholen konnte. Er wusste über alle Kinder etwas Nettes zu berichten, was diese sehr stolz machte. Der gute Mann nahm sich für ein paar ausführliche Erzählungen der Kinder Zeit und überraschte jedes mit einem kleinen Geschenk.

Jede Gruppe hatte sich für den Nikolaus eine Überraschung überlegt. Die Kinder sangen ihm vor, sagten Gedichte auf und überreichten selbstgemalte Bilder, über die sich der Nikolaus sichtlich freute. Dann zog er weiter. Kinder und Erwachsene freuen uns schon auf den nächsten Nikolaustag. Sabine Franz

Fortbildung Feinführligkeit Julia Berkic Fortbildung Feinfühligkeit

Kinder, die eine sichere Bindung zu ihren Bezugspersonen entwickelt haben, können die Welt erkunden, viel lernen, sich selbst gut regulieren, aber auch um Hilfe bitten. Damit sie diese – für die seelische und körperliche Gesundheit so wichtige – sichere Bindung entwickeln, brauchen sie feinfühlige Bezugspersonen, die ihre Signale wahrnehmen, richtig deuten und prompt und angemessen darauf reagieren.

Bezugspersonen sind neben den Eltern auch Mitarbeiter von Kindertagesstätten. Deshalb nahm das gesamte Team der Heilpädagogischen Tagesstätte 1 an einer eintägigen Schulung zum Thema „Bindung und Feinfühligkeit im Kindergartenalter“ teil, den Dr. Julia Berkic (Bild) und ihre Kollegin Christa Gabel vom Staatsinstitut für Frühpädagogik abhielten. Sie vermittelten dabei theoretische Grundlagen zur Bindungstheorie und beschäftigten sich mit eigenen Bindungserfahrungen und Selbstfürsorge.

Vor allem aber ging es um eine feinfühlige Grundhaltung, bei der die Mitarbeiter Grundbedürfnisse der Kinder erkennen, offen über Gefühle sprechen und den Umgang mit ihnen vermitteln, angemessene Grenzen setzen und die Individualität der Kinder berücksichtigen. Daniela Hollrotter

Foto zur Umweltwoche2 Foto zur Umweltwoche 3

„Villa Kunterbunt“ nennt sich eine der neun Gruppen in der Heilpädagogischen Tagesstätte 1 in Landsberg. Da unsere acht „Villa-Kinder“ und wir viel Spaß an gemeinsamen Unternehmungen haben, planten wir zum Abschluss des vergangenen Kindergartenjahres eine abwechslungsreiche „Umweltwoche“.

Wir verbrachten jeweils einen Tag im Landsberger Wildpark, meisterten den Naturlehrpfad in Denklingen und tobten uns auf einem Abenteuerspielplatz in Landsberg aus. Das Highlight für die Kinder war eine Zugfahrt nach Buchloe und zum Abschluss der Woche erkundeten wir die Stadt Landsberg genauer.

Wir genossen den Freiraum sehr. Die Kinder beobachteten die Natur, retteten Schnecken und warfen Steine in den Lech. Sie umarmten Baumriesen, balancierten über Baumstämme und bauten Lager aus Totholz. Das Kräftemessen durfte natürlich auch nicht fehlen. Beim Tannenzapfenweitwurf und Tierweitsprung gab jeder sein Bestes.

Auf dem Spielplatz drehten die Kinder solange am Wasserrad, bis eine große Matschpfütze entstand war, in die alle supermutig hinein sprangen.

Foto zur UmweltwocheAuf unserer Landsbergrunde wurden wir überraschend in das Lager der „Landsknechte“ eingeladen, die sich auf die abendliche Eröffnung des Ruethenfestes vorbereiteten. Begeistert betrachteten die Kinder die Zelte, Waffen und das Lagerfeuer. Nach einer Erkundigung der Stadtmauer erklommen wir noch den Turm des Bayertors und besichtigten mucksmäuschenstill die Pfarrkirche „Maria Himmelfahrt“.
Es war eine ereignisreiche und spannende Woche, in der wir täglich durchschnittlich neun bis zehn Kilometer zu Fuß zurücklegten. Wir teilten Brotzeiten und die Kinder halfen sich beim Bauen, Schleppen und Klettern. Wir sahen stolzes und glückliches Lächeln in den Gesichtern der Kinder.

Es war eine bereichernde Woche für uns Erwachsene, weil wir die Kinder unterwegs so offen, hilfsbereit, staunend und auch andächtig erlebten. Sabine Franz


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