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Sommerfest 2019-1     Sommerfest 2019-2

Nageln, Melken, Körner picken, ein Schubkarrenhindernisrennen und ein Gummistiefel-Parcours: Beim diesjährigen Sommerfest in der Heilpädagogischen Tagesstätte 1 der Lebenshilfe Landsberg hatten die Kleinen allerhand zu tun. Dazwischen vergnügten sie sich mit Riesenseifenblasen oder an der Buttonmaschine. Zusammen mit Eltern, Großeltern und Geschwistern ließen sie sich Popcorn, Gegrilltes, Salate und Kuchen schmecken oder fanden die eine oder andere Rarität beim kleinen Flohmarkt. Die männlichen Mitarbeiter der HPT1 hatten das Fest mit einem zünftigen „Bankerltanz“ eröffnet.

Sommerfest 2019-3  Sommerfest 2019-4

Spielenachmittag 2019-3 Spielenachmittag 2019-4

Riesenandrang in der HPT1: Rund 100 Eltern, Großeltern, große Geschwister, Babys und Kleinkinder tummelten sich beim Spielenachmittag des Landsberger Eltern-ABCs in der Tagesstätte der Lebenshilfe.

Zwei Stunden lang bastelten die Kleinen mit Feuereifer Schneekugeln, probierten unterschiedliche Knete und verschiedene Maltechniken. Sie befassten sich mit Konzentrationsspielen, setzten sich spielerisch mit Sprachförderung und Mathematik auseinander und freuten sich über lustige Fingerspiele und Lieder. Auf große Begeisterung stieß auch die Bewegungsbaustelle, bei der bunte Hindernisse zu überwinden waren. Zur Stärkung gab es Saft, Wasser, Kaffee, Brezen und Kekse sowie einen bunten Büchertisch zum Schmökern. Klein wie groß waren am Ende begeistert vom Spielenachmittag und den vielen Anregungen, die auch in Papierform mit nach Hause genommen werden konnten.

Spielenachmittag 2019-2 Spielenachmiittag 2019

Fasching 2019-3  Faschingn 2019-4

Krapfen, Spiele, Musik und jede Menge Spaß: Das Team der HPT1 hatte für das bunte Faschingstreiben so allerhand vorbereitet.

Polizisten, Batman, Spiderman, Drachen, Prinzessinnen, Frösche, Hühner und viele mehr amüsierten sich zum Pippi-Langstrumpf-Lied bei der Reise nach Jerusalem, überwanden einen Geschicklichkeitsparcours mit Wackel- und Rollbrett oder halfen dem armen Esel Iaaa mit verbundenen Augen, seinen Schwanz wieder zu finden. Die kleinen Maschkerer maßen sich bei Tierrennen und Eierlauf, warfen mit wolligen „Schneebällen“ auf Luftballon-Wolken und häuften mit blickundurchlässiger Hühnermaske geschickt Smarties in einen Becher. Zur Erholung nach den spannenden Spielen gab es einen leckeren Krapfen mit Marmeladenfüllung.

Fasching 2019-2  Fasching 2019-1

Auf der jährlichen Firmenweihnachtsfeier veranstaltete die Belegschaft der EICHLER GmbH einen Tombola-Verkauf zugunsten der Lebenshilfe Landsberg. Der Erlös wurde durch die Geschäftsleitung auf insgesamt 1.000 Euro aufgestockt.

Spende EichlerAm Mittwoch, den 13.02.2019 wurde der Spendenscheck an Geschäftsführer Christoph Lauer und Ulrike Stamm, Leiterin der heilpädagogische Tagesstätte 1, am EICHLER-Firmensitz in Pürgen durch die Geschäftsleitung übergeben. „Wir sind begeistert von der herausragenden Arbeit der Lebenshilfe Landsberg. Für uns als Unternehmen mit regionalen Wurzeln war sofort klar, dass wir das Engagement gemeinsam mit unseren Mitarbeitern unterstützen möchten“, gibt Geschäftsführer Thomas Baier an. Das von den Kindern gestaltete Kunstwerk mit persönlicher Dankeswidmung erhält einen Ehrenplatz im Elektronik-Service-Center.

Seit der Gründung 1968 schafft die Lebenshilfe Landsberg geeignete Betreuungs- und Förderangebote für Menschen mit besonderem Förderbedarf. Der Spendenerlös wird für die Anschaffung eines Wasserklangbettes in der heilpädagogischen Tagesstätte 1 genutzt. “Wir freuen uns sehr über diese großzügige Spende, die uns zusätzliche therapeutische Fördermöglichkeiten eröffnet”, sagte Ulrike Stamm

Fortbildung Trauma 2Ein Trauma ist eine Geschichte, die nicht weiß, dass sie Geschichte ist. Wie der Hammer auf einen Spiegel saust das traumatische Erlebnis auf das Leben eines Kindes herunter und hinterlässt tausende von Scherben. Diese lassen sich nicht mehr zu einer Geschichte zusammenfügen, die damit abgeschlossen werden kann. Sie können aber jede für sich erneut das traumatische Gefühl wieder auslösen. Wie traumatisierte Kinder unterstützt werden können, zeigte der Psychotherapeut Simon Finkeldei vom Traumahilfezentrum in München dem 40-köpfigen Team der Heilpädagogischen Tagesstätte 1 bei einer zweitägigen Fortbildung.

Die Spiegelscherben können Gerüche, Geräusche, Bilder, aber auch Körperhaltungen sein, erklärte Finkeldei. Sie wirken als „Trigger“, also Auslöser, und schicken das traumatisierte Kind „per Expressfahrstuhl“ in das so genannte „Reptiliengehirn“. Dieses Gebiet in unserem Gehirn stammt noch aus den Urzeiten der Menschheit und reagiert reflexartig. Als Überlebensstrategien kennt es nur Kampf, Flucht oder sich „totstellen“, also erstarren.

Auf die in höheren Gehirnregionen angesiedelten Fähigkeiten zu lernen und sich selbst zu steuern, also mit seinen Gefühlen umzugehen, kann in diesem Moment nicht zurückgegriffen werden. Deshalb ist das so ausgelöste, „getriggerte“ Verhalten kein Fehlverhalten, sondern ein nicht steuerbarer Kontrollverlust, betonte Finkeldei. Eine Hilfe zur Verringerung des entstandenen Stresses kann nur auf derselben Ebene erfolgen, auf der sich auch das Kind befindet.

Um „Ausrastern“ vorzubeugen, sollten Frühwarnzeichen erkannt werden – beim Kind, aber auch bei den pädagogischen Fachleuten. Das können körperliche Anzeichen (z.B. Herzklopfen), Gedanken-, Gefühls- und Verhaltensanzeichen sein. Wenn Erwachsene merken, dass sie Gefahr laufen, in tiefere Gehirnregionen abzurutschen, können sie rechtzeitig möglichst zuvor trainierte Übungen zum Abbau von Stress anwenden. So durchbrechen sie den Kreislauf von angstvollem und angstauslösendem Kind und Erwachsenen und wirken selbst als Vorbild für die Regulation von Gefühlen.

Mit feinfühligen Bezugspersonen, so Finkeldei, kann sich das so genannte Stresstoleranzfenster, also der Bereich an Stress, mit dem das Kind noch gut umgehen kann, erweitern. Wird der Stress zu groß, kommen die Kinder in Übererregung (Hyperarousal) und reagieren mit Kampf oder Flucht. Das bedeutet, sie werden zum Beispiel beleidigend oder körperlich übergriffig oder laufen weg. Führt dies nicht zum Erfolg, rutschen sie in die Untererregung, resignieren und „stellen sich tot“, also erstarren. Außerhalb des jeweiligen Stresstoleranzfensters ist kein Lernen möglich, betonte der Traumaexperte.

Deshalb sei es oft besser, Konflikte zu vertagen, statt sie im Zustand der Übererregung auszutragen. Dies sollte den Kindern jedoch auch mitgeteilt werden: „Du weißt, dass das jetzt nicht gut ist und ich weiß es auch, aber das klären wir später, im Moment habe ich Dich zu lieb, um zu kämpfen.“  Wenn die Gefühle zu übermächtig werden, könne man auch versuchen, die Kinder ins Denken zu bekommen, indem sie etwa eine Tierreihe aufsagen oder drei Sachen, die sie hören, benennen müssen. Denn: Denken und Fühlen gleichzeitig geht nicht, so Finkeldei.

Fortbildung Trauma 1Typische Folge eines Traumas ist das Wiedererleben der traumatischen Situation, entweder indem das Kind diese in Gedanken erneut erlebt oder auch dadurch, dass das Kind selbst die Situation reinszeniert, also zum Beispiel neue Bezugspersonen durch sein Verhalten dazu bringt, genauso zu reagieren wie die Personen, die ihm Schlimmes angetan haben. Oder es vermeidet alles, was an das Trauma erinnern könnte und spielt den Clown oder es ist überangepasst und versucht nur immer, alles richtig zu machen. Dazu gibt es traumatisierte Kinder, die nicht mehr zur Ruhe kommen, sondern ständig in Daueralarmbereitschaft leben. Wichtig sei es jeweils, den Stress zu verringern, so der Referent.

Bei kleinen Kindern hilft es oft, wenn Gefühle und Gedanken externalisiert, also vom Kind abgelöst und als eigenständige Dinge behandelt werden. So ist nicht das Kind wütend, sondern es gibt ein Wutmonster, das das Kind immer wieder heimsucht. Dann kann gemeinsam überlegt werden, wie das Wutmonster in Schach gehalten wird.

Hilfreich sind zudem Erfahrungen, bei denen die Kinder erleben, dass sie selbst etwas bewirken können. Diese wirken der Hilflosigkeit entgegen, die die Kinder im Trauma erlebt haben. Außerdem ist es wichtig, Gegengewichte zu schaffen. Dazu gehört zum Beispiel, jeden Tag eine Sache zu finden, die toll war und sie in einer Gute-Nachrichten-Zeitung in Bild oder Wort festzuhalten. Oder eigene Stärken zu entdecken und sie durch die Zuordnung zu Körperteilen „spürbar“ zu machen. Oder so genannte „sichere Orte“ für den Rückzug (in der Vorstellung oder als selbst gebaute Höhle) und Anker zum Festhalten (Tierfiguren, bemalte Steine) zu schaffen.

Sicherheit vermitteln Rituale und klare Grenzen und Strukturen. Außerdem, betonte der Referent, brauchen Kinder bei traumatischen Erfahrungen Erwachsene als stabile „Leuchttürme“, an denen sie sich orientieren können und die ihnen Sicherheit und Halt geben.

Eine heilsame Wirkung haben auch Erzählungen, Narrative genannt. Dabei erleben Helden, mit denen sich die Kinder gut identifizieren können, erfolgreiche Abenteuer oder entwickeln sich weiter. Die Geschichten werden dabei so mit Details ausgeschmückt, dass sie möglichst viele Sinne ansprechen und damit ein neuronales Netzwerk im Gehirn aufbauen. Weil das Gehirn keine Zeit kennt, wirken diese Geschichten heilsam im hier und jetzt, so Finkeldei.

Kaum ist das Lied „Bald ist Nikolausabend da“ verklungen, da steht der Heilige Mann auch schon vor der Gruppentüre – in der Heilpädagogischen Tagesstätte 1 ist an diesem Vormittag der Nikolaus unterwegs.

Nikolaus 2018Die meisten Jungen und Mädchen zwischen drei und sechs Jahren sind mutig genug, um ihm die Hand zu geben. Mit vor Aufregung geröteten Wangen stehen sie ganz nah bei ihm, wenn er aus dem Goldenen Buch vorliest. Darin steht zu jedem Kind das, was die Engel das ganze Jahr über beobachtet haben. Der Nikolaus hat viel zu loben: Da gibt es Kinder, die sich nun selbständig anziehen, gut Puzzles legen, den kleineren Gruppenmitgliedern helfen, sehr gut sprechen oder aber rasant mit dem Fahrrad fahren können.

Mit glänzenden Augen hören die Kinder dem Nikolaus zu und freuen sich anschließend über das Säckchen, das er für jedes der rund 70 Kinder mitgebracht hat. Manch einer hat auch noch Fragen an den Heiligen Mann, etwa wie alt er schon ist oder wo seine Rentiere geblieben sind.

Zum Abschluss gibt es für den Nikolaus noch ein Lied, Fingerspiel oder Gedicht, dann zieht er auch schon weiter zur nächsten Gruppe, um mit seinem Gehilfen die Kinder zu besuchen.

Schultüten 2018-2 Schultüten 2018-3

Schneidige Fußballer, Zartrosa Feen, Krabben und Seepferdchen oder grimmige Piraten – in der HPT1 der Lebenshilfe Landsberg wurden sie alle auf Schultüten gebannt. Gemeinsam mit ihren Eltern schufen die gut 30 künftigen ABC-Schützen wahre Kunstwerke aus selbst gemalten Bildern, Moosgummi-Figuren, Muscheln, Steinen, Netzen und natürlich jeder Menge Glitzer.

Schultüten 2018-1Bei den Jungs waren natürlich vor allem Seeräuber mit Augenklappe oder Schultüten mit Fußball und Netztor gefragt. Die Mädchen entschieden sich eher für das Thema „Unter Wasser“ und schmückten ihre Schultüten mit allerhand Muscheln, Meerestieren aus Moosgummi und Seejungfrauen. Oder sie schufen zartrosa Kunstwerke mit Feen, Schmetterlingen, Blümchen und glitzerndem Feenstaub.

Die Schultüten waren zuvor in den Gruppen grundiert worden, zum Basteln standen den Eltern dann zahlreiche Elemente zur Verfügung, die mit Heißkleber aufgebracht wurden. Christine Killimann und Ulrike Stamm standen mit Rat und Tat zur Seite und so manche Mütter und Väter entdeckten dabei ganz ungeahnte Bastel-Talente. Die Vorschulkinder waren am Ende auf jeden Fall hoch zufrieden mit dem Ergebnis. Viel Spaß hatten sie ohnehin beim großen Basteln mit den Eltern.

Ostern 2018-1Ostern 2018-2

 

Kleine Osterhäschen, Füchse und natürlich bunte Ostereier bevölkerten die Aula der HPT1 am Gründonnerstag. Mit Osterhasentänzen, Geschichten vom Fuchs, der sich mit einem Häschen anfreundet, Fingerspielen und vielen Liedern stimmten sich die gut 70 Kinder auf das bevorstehende Osterfest ein. Da hieß es zwischendrin „leise sein“, damit der Osterhase in Ruhe seine Eier verstecken konnte, aber auch „alle Kinder zu uns“, damit gemeinsam nach den Eiern gesucht werden konnte. Fast alle Kinder, bestätigten sie Einrichtungsleiterin Ulrike Stamm, hatten im Garten der HPT1 bereits ihr Osternestchen gefunden –  mit Eiern, Schokohäschen und Seifenblasen.

Die HPT1 wünscht allen Kindern und Eltern Frohe Ostern!

Spielenachmittag 2018-2Spielenachmittag 2018-3Spielenachmittag 2018-1Kneten und Kleistern, Kegeln und Klettern, Spielen und Sausen – für gut 30 Babys und Kleinkinder war die Friedrich-Ruf-Tagesstätte zwei Stunden lang das Paradies schlechthin. Zusammen mit Eltern, Großeltern und Geschwistern setzten sie das Motto „Spielen lernen – spielend lernen“ des Landsberger Eltern-ABCs eifrig in die Tat um.

Die Kleinen schufen herrliche Knet-Kreationen und Kleisterbilder, bastelten Gefäße der Ruhe und amüsierten sich mit Rasierschaum und selbst gemachtem Zaubersand. Gut besucht waren zudem die große Bewegungsbaustelle, bei der es spielerisch Hindernisse zu überwinden galt, Sinneswahrnehmungen für die Kleinsten aber auch Geschicklichkeits- und Konzentrationsübungen. Spielerisch eroberten die Kleinen zudem die Pfeiler der Mathematik.

Die rund 20 großen Besucher holten sich weitere Anregungen am Bücher- und Spieletisch und setzten sich mit dem Unterschied zwischen traditionellen Spielen und ihrem Pendant in den elektronischen Medien auseinander. Für Groß und Klein gleichermaßen spannend war das Reden und Spielen mit den Händen und die Verpflegungsstation.

Gegen Abend verließen begeisterte Kinder, Väter, Mütter und Großmütter die Tagesstätte – und bedankten sich zum Teil persönlich, zum Teil per E-Mail für den anregenden Spielenachmittag des Landsberger Eltern-ABCs.

Elternabend mit Bianca Karlstetter (Fachstelle sexueller Missbrauch)

Ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Eltern und Kind, eine offene Sexualerziehung, in der alle Körperteile benannt werden, sowie eigene Grenzen setzen und die Grenzen des Kindes akzeptieren – so können Eltern am besten vorbeugend gegen sexuellen Missbrauch wirken. Das erklärte Bianca Karlstetter von der Fachstelle sexueller Missbrauch (SeM) im SOS-Familien- und Beratungszentraum Landsberg dem runden Dutzend Väter und Mütter in der HPT1. Beim Elternabend tauschten diese sich mit der Sozialpädagogin angeregt über Sexualentwicklung, Doktorspiele und Prävention aus.

Elternabend zur PräventionKindliche Sexualität hat nichts mit erwachsener Sexualität zu tun, betonte Karlstetter. Bei den Kleinen gehe es nicht um Lustbefriedigung, sondern um Beruhigung und angenehme Gefühle durch Saugen oder Körperkontakt. Für Babys ist es dabei völlig unerheblich, ob sie sich ihren Fingern, Zehen oder aber ihrem Penis bzw. ihrer Scheide mit Interesse widmen.

Erst mit zwei bis drei Jahren entdecken Kinder, dass sich ihre Geschlechtsorgane anderes anfühlen und angenehme Gefühle entstehen, wenn man daran reibt. Für Eltern und Erzieher ist es oft irritierend, wenn sie Kinder mit der Hand in der Hose und einem verträumten Blick vorfinden, meinte Bianca Karlstetter. Sie riet, den Kindern zu vermitteln, dass ihr Verhalten in Ordnung ist, dass es aber besser zu Hause und alleine als vor anderen Menschen erfolgen sollte.

Meist ab dem vierten Lebensjahr werden für Kinder auch die sogenannten „Doktorspiele“ interessant, bei dem Mädchen und Jungen Unterschiede an ihren Körpern entdecken und – meist mit ebenso viel Interesse wie Gekicher – genau untersuchen. Auch dieses ganz natürliche kindliche Verhalten sollte nicht unterbunden werden, allerdings gebe es Regeln zu beachten.

So sollte der Altersunterschied zwischen den Kindern nicht mehr als zwei Jahre betragen, dürfe nichts in Körperöffnungen (dazu zählen auch Ohren und Nase) gesteckt werden und vor allem müsse alles freiwillig geschehen, betonte Karlstetter. Kein Kind dürfe nur untersucht oder zu etwas gezwungen werden, was es nicht möchte.

Generell sei es wichtig, Kindern Grenzen zuzugestehen und diese auch einzuhalten. Das gelte bereits für ungeliebte Küsse, zu denen Kinder nicht gezwungen werden sollten. Umgekehrt müssten auch Eltern ihre Grenzen vermitteln – wenn Väter oder Mütter zum Beispiel in diesem Moment nicht kuscheln wollen oder es nicht mögen, wenn Kinder sie an ihren Geschlechtsorganen berühren, sollten sie dies klar äußern. Denn Kinder lernen vor allem vom Vorbild, so Karlstetter, deshalb werde ihnen sonst vermittelt: „Selbst wenn ich nicht will, muss ich das über mich ergehen lassen.“

Wenn ein Kind Grenzen setzen darf, wirke das auch präventiv. Denn oft testeten Täter regelrecht aus, wie weit sie gehen können. Stoßen sie dabei früh auf Gegenwehr, ziehen sie sich meist zurück. Elternsollten auch Zivilcourage zeigen, etwa Erwachsene ansprechen, die in der Nähe von Spielplätzen oder Kindergärten herumlungern, meinte Ulrike Stamm, Leiterin der HPT1.

Ist es tatsächlich zu einem Vorfall gekommen, sollten Eltern ihrem Kind unbedingt Glauben schenken, betonte Karlstetter, denn vor allem kleinere Kinder können sich sexualisierte Übergriffe in aller Regel nicht ausdenken. Weiter gelte es, das Kind vor dem vermutlichen Täter zu schützen und sich dann Unterstützung in der Fachstelle SeM zu holen, wo weitere Schritte besprochen werden können.

Fachstelle seM, SOS-Familien- und Beratungszentrum Landsberg, Spöttinger Str. 4, 86899 Landsberg, Telefon 08191 911890

Unter Wasser1Im sonst so ruhigen Aufenthaltsraum der HPT1 herrscht reges Treiben. Vier Kinder und vier Jugendliche sitzen zwischen Kleber, Schere, Papptellern und Pfeifenputzern und unterhalten sich angeregt über ihre Kreationen. An einem Tischende entsteht ein blauer Hai, am andern eine bunte Koralle namens „Elsa“, dazwischen eine rosa Krabbe und eine Qualle. Nach und nach entsteht so die höchst kreative Dekoration für die diesjährige Faschingsparty in der HPT1 mit dem Motto „Unter Wasser“ – dank vier Q11-Schülerinnen aus dem örtlichen Dominikus-Zimmermann-Gymnasium.

Fiona Fischer, Chiara Erler, Michelle Kusmin und Miriam Vennemann haben im Rahmen des P-Seminars „Soziales Lernen“ drei Einrichtungen in Landsberg besucht – und sich für ein einwöchiges Praktikum in der HPT1 entschieden. Denn: „mir macht die Arbeit mit Kindern viel Spaß und hier ist sehr viel Interaktion mit ihnen möglich“, sagt Fiona, die gerade mit Laura den Kugelfisch anmalt. Auch Michelle liebt das Basteln mit Kindern.

Den vier Jugendlichen war das Faschingsthema „Unter Wasser“ vorgegeben worden, ansonsten hatten sie freie Hand bei der Gestaltung. Sie überlegten sich kurz, was aus den Papptellern entstehen könnte und legten einfach los. „Beim Basteln sind dann neue Dinge entstanden“, erzählt Miriam, „weil wir auf die Wünsche der Kinder eingegangen sind“.

So wagten sich die Jugendlichen unter anderem an ein Krokodil mit prominentem Kiefer, versahen die Fische mit roten Zungen oder schufen Seeschlangen. Die Zusammenarbeit mit den Kindern lief „super von Anfang an“, sagt Miriam. „Man merkt, dass sie hier viele Sachen machen“, ergänzt Michelle.Unter Wasser 2

Die vier Gymnasiastinnen (von links) Michelle Kusmin, Miriam Vennemann, Chiara Erler und Fiona Fischer vor einem Teil der Faschingsdekoration.Marie etwa schneidet gekonnt die Scheren für ihre rosa Krabbe aus und verklebt sie mit den Pfeifenputzern und Tobias malt eifrig an seinem blauen Hai. Er freut sich sichtlich über das Lob, mit dem die Gymnasiastinnen nicht sparen. Überhaupt ist die Stimmung fröhlich und entspannt, es wird viel geredet und gefragt, aber auch gelacht.

Am Ende steht die komplette Aula der HPT1 „unter Wasser“: An den Wänden sind Fische, Krabben, Quallen, Seeschildkröten, Seepferdchen, Seesterne und andere Meerestiere in allen Farben in Netzen „gefangen“ und bilden einen wunderschönen Rahmen für das Faschingsfest, das eine Woche später steigen soll.

Adventsgärtlein 2017

Weihnachtsläuten

In dieser Nacht sah ich im Traum
den allerschönsten Tannenbaum
hoch auf dem Berg in Eis und Wind,
wo Menschen nie gewesen sind,
der reckte seine grüne Pracht
wie lauschend in die Winternacht.

Der Glockenton schwang sich vom Tal
zum Tannenbaum empor,
und von den Zweigen allzumal
klang er zum Himmeltor.

Ein Englein stand dort, zart und fein,
das fing an einem Silberband
den Glockenton mit leichter Hand
zu einem Glöckchen ein.

Als spät das Christkind durch den Tann
zum schönsten Baum geflogen kam,
da hing´s das Glöckchen ins Geäst
damit sich´s künftig hören läßt
durch alle Zeit und Weltenraum
Als Gruß in deinem Weihnachtsbaum.

Verfasser unbekannt

Martin1Es ist dunkel in der Aula der Heilpädagogischen Tagesstätte 1 in Landsberg.  Gebannt und mucksmäuschenstill verfolgen die knapp 70 Kindergartenkinder das Schattenspiel über das Leben des Heiligen Sankt Martin. Nur vereinzelt gibt es leise Zwischenrufe: „Schau mal“ oder „Da kommt er“. Auf einmal jedoch brandet Applaus auf. St. Martin hat die Hälfte seines Mantels dem Bettler umgelegt und damit nicht nur den Kleinen einen zutiefst berührenden Augenblick beschert.

Wer hätte das gedacht. Im Zeitalter von Fernsehen, Computerspielen und Smartphones lassen sich Kinder von einer uralten Geschichte und einer vermeintlich überholten Darbietungsform so mitreißen, dass sie ebenso spontan wie begeistert in die Hände klatschen.

Zum Teil liegt es wohl gerade am Schattenspiel, das in einer der Zeit der Reizüberflutung mit klaren und ruhigen Grenzen auf das Wesentliche konzentriert. Durch das schlichte Schwarzweiß und die überdeutlichen Gesten werden Emotionen transportiert, die sonst in der Flut der Sinneseindrücke oft untergehen.

DMartin 3ie gespielten Szenen zur vorgelesenen Geschichte sind bewusst langsam und überdeutlich. Selbst das Gefecht von Martin als Soldat verkommt nicht zur Action-Szene, sondern ist als ausdrucksvolles, zeitlupenartiges Kreuzen der Schwerter umso eindrucksvoller.

Tief berührt zeigen sich die Kinder vom Bettler, der mit seinen bittend erhobenen Händen die Verkörperung des Hilferufs darstellt. Und sie freuen sich über die Schatten-„Gänse“, die Martin mit großen Bewegungen füttert.
„Oh“ und „ah“ raunt es, als Martin den Mantel mit dem Schwert und einem deutlichen Ratsch teilt. Doch den Szenenapplaus spenden die Kinder erst, als der Soldat Martin den Mantel mit einer liebevollen Geste dem Bettler um die Schultern legt.

Martin2Dieses Helfen, dem anderen in der Not beistehen ist es, das die Kleinen so berührt. Da ist einer, dem es schlecht geht und ein anderer sieht ihn, streckt die Hand aus und hilft. Das ist es, was menschlich sein bedeutet und unsere Kinder noch ganz unverfälscht erfassen. Und was sie so begeistert.

Für das Team der HPT1 vor und hinter der Bühne war es tief berührend zu erleben, wie stark die Geschichte die Kinder in ihren Bann gezogen hat. Wie die Buben und Mädchen sich darauf einlassen und davon begeistern lassen konnten. „Sankt Martin“ selbst brachte diese Freude über die Kinder und ihren Applaus mit einem Wort zum Ausdruck: „Wow“. dh