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Die Lebenshilfe Landsberg trauert um Frau Dr. Gudrun Diedert

33 Jahre lang (1984 bis 2017) engagierte sie sich im Vorstand der Lebenshilfe und stand ihr auch danach unterstützend zur Seite.

Mit ihrer ruhigen, ehrlichen, sachlichen und wertschätzenden Art trug sie zu innovativen Entwicklungen in der Lebenshilfe bei. Dabei orientierte sich Frau Dr. Diedert immer an den Bedürfnissen der uns anvertrauten Menschen. Ihre fachlich medizinische Expertise findet sich z.B. in der ersten Senioreneinrichtung für Menschen mit geistiger Behinderung in Oberbayern wieder.

Wir haben Frau Dr. Diedert viel zu verdanken. Ihr Vermächtnis wirkt weiter.

Stellvertretend für alle Betreuten und deren Angehörige, Kolleg*innen und Freunde

Günter Först                                                     Christoph Lauer
Vorsitzender                                                    Geschäftsführer

Die Lebenshilfe Landsberg hat sich auch an der diesjährigen Ausbildungsmesse in Kaufering beteiligt, erstmals mit einem völlig neu gestalteten Messestand im Corporate Design (CD) und mit einheitlichen Flyern für alle Bereiche. Mit am Stand waren diesmal neben den erfahrenen Messekräften zwei junge Mitarbeiter*innen, die mit großem Enthusiasmus von ihrer Arbeit bei der Lebenshilfe berichteten. Das Interesse der Besucher*innen an der Lebenshilfe war erfreulich groß, am Ende gingen sogar einige Flyer und und so manches Give-Away aus. Die Schüler*innen waren meist sehr interessiert, manche kamen gleichmit einem Fragebogen an den Stand. Daniela Hollrotter

Lisa H. war heute „total aufgeregt“. Obwohl die 29-jährige schon mehrfach auf der Bühne stand, hatte sie zum Casting doch Lampenfieber. Ihre Präsentation der „Made“ von Heinz Erhard war jedoch so gut, dass sie die dreiköpfige Jury überzeugte. Nun ist Lisa H. Teil des „Theater Unbegrenzt“, das in gut einem Jahr erstmals wieder ein Stück auf der Bühne des Landsberger Stadttheaters spielen wird.

15 Menschen haben sich für das Casting in den Räumen der Offenen Hilfen angemeldet. Jeweils etwa 15 Minuten lang haben sie Zeit, Regisseurin Mirjam Kendler, ihren dramaturgischen Berater Markus Wörl und Bereichsleiterin Nina Klusmeier von der Lebenshilfe Landsberg zu überzeugen.

Manche haben wie Lisa H. kurze Szenen vorbereitet, manchen macht Mirjam Kendler behutsam Vorschläge für Improvisationen. Die Schauspielerin und Regisseurin vom Ammersee kennt viele der Kandidatinnen und Kandidaten bereits aus anderen Theaterprojekten mit der Lebenshilfe. Das letzte Theaterstück vor Corona, „Ein wildes Märchen-Potpourri“ führte später zum Film „Könnte nicht mehr besser sein“, der erfolgreich in verschiedenen Kinos lief und nun auf DVD/Blu-Ray erhältlich ist.

Dem Kandidaten Ingo W. schlägt Mirjam Kendler vor, ein imaginäres Telefongespräch mit seiner Mutter zu führen. Gekonnt setzt er den Vorschlag um, mit einer Fernbedienung als „Telefon“, Pausen an den richtigen Stellen und so witzigen Gesprächsfetzen, dass die Jury ebenso fröhlich wie begeistert applaudiert.

Überhaupt wird viel gelacht an diesem Tag. Mit Jürgen E., der sich bei seiner ausdrucksstarken Pantomime als „Verletzter“ gekonnt auf den Boden wirft, mit Lars W., der sich zwar ärgert, dass er den eingeprägten Text nicht fehlerfrei hinbekommt, aber bei der Improvisation besticht. Und mit Jens Uwe H., der verlegen eine imaginäre Büro-Liebschaft mit Elfriede gesteht.

Bei ihm und einigen anderen Kandidatinnen und Kandidaten springt Markus Wörl als Spielpartner ein, sodass sich kurze Szenen und Dialoge entwickeln.  Manchmal sind Wörls Vorschläge etwas komplex. Doch „das macht nichts“, betont Nina Klusmeier. Denn wenn Menschen mit Behinderung unvoreingenommen gefordert werden, kommen oft ganz ungeahnte Fähigkeiten zum Vorschein.

Mirjam Kendler ist vor allem begeistert von der Offenheit, Neugier und Spielfreude ihrer Schauspieler. Wie bei den Projekten zuvor will sie das Stück gemeinsam mit ihrer Truppe erarbeiten, die Rollen je nach Fähigkeiten und Neigungen anlegen und möglichst viel von dem aufgreifen, was vom Ensemble kommt. Thema des Stücks wird die Liebe sein, denn damit „haben alle Erfahrung“, schmunzelt Mirjam Kendler, die im Oktober mit den Proben beginnen will.

Sie freut sich, dass das „Theater Unbegrenzt“ durch die Förderung der Aktion Mensch nun auf fünf Jahre gesichert ist. In dieser Zeit sollen voraussichtlich vier Stücke entstehen, die im Landsberger Stadttheater gezeigt werden. Und natürlich ist das Ensemble, dem auch zwei Profi-Schauspieler angehören, inklusiv.

So hat sich auf die Casting-Ankündigung unter anderem auch die 14-jährige Amelie B. gemeldet. Die Schülerin begeistert die mit ihren vielseitigen Talenten, einer tollen Gesangseinlage und einem witzigen Dialog mit ihrem Unterbewusstsein. Auch sie erhält in der Woche nach dem Casting eine Zusage von Nina Klusmeier und ist nun Teil des „Theater Unbegrenzt“.                                                   Daniela Hollrotter

Die DVD/Blu-ray „Könnte nicht mehr besser sein“ gibt es für 12 bzw. 15 Euro in der Geschäftsstelle der Lebenshilfe Landsberg, Eulenweg 11, Telefon 08191 9491-0, Sekretariat(at)lebenshlife-landsberg.de oder über das Bestellformular auf der Website www.lebenshilfe-landsberg.de.

 

Bernhard W. braucht keine Regieanweisung. Ganz von selbst nimmt er seinen Meterstab, präsentiert seinen „Stern-Zaubertrick“ vor dem Brunnen am Hauptplatz und strahlt in die Kamera. Saskia Pavek nimmt ihn mit ihrer Nikon ins Visier und ist schon kurz darauf hochzufrieden. „Sehr schön gemacht. Klasse, Danke Dir!“ ruft sie Bernhard W. zu. Er ist eines von 13 Fotomodellen, die die Fotografin in diesem Sommer für die Lebenshilfe Landsberg ablichtet – vor ihren Lieblingsplätzen in der Lechstadt.

Für Bernhard W. ist das Fotoshooting eine Premiere. Anstrengend findet er es nicht, es „hat Spaß gemacht“, meint der 52-Jährige. Genau diese Freude ist es, die Saskia Pavek so an ihren Foto-Projekten mit der Lebenshilfe schätzt: „Die Menschen stehen ganz natürlich und ohne Eitelkeit vor der Kamera. Sie überlegen nicht selbstkritisch, wie sie wirken und aussehen, sondern freuen sich später einfach darüber, dass sie auf dem Bild zu sehen sind“, sagt die Fotografin.

Ganz automatisch passen sich die Fotomodelle ihren Plätzen an. So strahlt Heidi K. von sich aus über das leckere Eis, das sie am Hauptplatz in ihrer Lieblingseisdiele serviert bekommt. Einfach, weil sie es so gerne isst. Und Michael K. ist automatisch ehrfürchtig und andächtig, als er „seine“ Landsberger Stadtpfarrkirche betritt. Denn „wenn ich da rein komme, werde ich immer total ruhig und kann alles andere ausblenden“, erzählt er.

Genau das ist es, was Saskia Pavek mit ihrer Kamera einfängt: Es geht ihr nicht um die Orte an sich, sondern darum, wie diese sich im Ausdruck der Menschen wiederspiegeln. Deshalb stehen bei ihren Bildern stets die Menschen im Mittelpunkt. Die Orte bleiben zwar – zumindest für den Landsberger – erkennbar, aber bilden einfach nur den stimmigen Hintergrund.

So auch bei Christine G., die vor dem berühmten Mutterturm voll Lebensfreude und Begeisterung ihr Kleid schwingen lässt. Oder bei Sebastian G., der sich zurückhaltender, aber doch deutlich spürbar über den Lech freut, den er „so schön“ findet.

Nina Klusmeier von den Offenen Hilfen der Lebenshilfe Landsberg hat ihn und andere Bewohner gefragt, ob sie sich an dem von der Aktion Mensch geförderten Fotoprojekt beteiligen möchten. Denn viele „trauen sich das im ersten Moment gar nicht zu“, erzählt sie. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Sabine Oberhäußer und weiteren Helfern aus dem Wohnheim assistiert sie beim Fotoshooting und sorgt mit dem Reflektor für das passende Licht.

Die Orte, an denen fotografiert wird, geben die Fotomodelle vor. So will sich der erklärte Autofan Peter S. mit zwei Benzinkutschen und die passionierte Gassigeherin Vroni K. mit einem Hund ablichten lassen. Die Ideen, wie die Vorlieben am besten fotografisch umgesetzt werden, kommen Saskia Pavek dann vor Ort.

Großes Glück haben die beiden Eishockeyfans Eugenia Sch. und Daniel F. Sie dürfen in voller Montur zu einem Training der U20 nahe der Landsberger Eishalle kommen. Für Trainer Sven Kurzmann, war sofort klar, dass sich die River Kings an der Aktion beteiligen. Die Spieler haben für das Shooting extra ihre Trikots angezogen und bilden gerne den Hintergrund für das Fan-Bild.

Durch solche Begegnungen, aber auch durch interessierte Passanten an den anderen Foto-Orten ergeben sich immer wieder kurze Gespräche, die die Menschen zueinander bringen. Im Café Bambi lichtet Saskia Pavek sogar eine der Inhaberinnen zusammen mit Jens Uwe H. ab, der dort Stammgast ist.

Vor allem aber kommen die Fotomodelle dann ins Gespräch mit ihren Mitbürgern, wenn die Bilder öffentlich gezeigt werden. Zu den beiden vorherigen Projekten von Saskia Pavek und der Lebenshilfe Landsberg gab es jeweils mehrere gut besuchte Ausstellungen und Vernissagen, bei denen die Fotomodelle stolz ihre Bilder zeigten.

Diesmal werden die Fotos – da eine geplante Ausstellung coronabedingt ausfallen musste – zunächst auf eine Kirchenfassade in der Innenstadt projiziert. Außerdem ist eine Stadtführung angesetzt, bei der Kulturbürgermeister Axel Flörke am 8.10.21 die Besucher zusammen mit den Fotomodellen zu den Entstehungsorten der Bilder bringt (Anmeldung bei Nina Klusmeier, Telefon 0163 5249140, E-Mail nina-klusmeier(at)lebenshilfe-landsberg.de).

Und natürlich ist aus den Bildern wieder ein Fotokalender entstanden – der mittlerweile dritte aus der Zusammenarbeit von Saskia Pavek mit der Lebenshilfe Landsberg. Standen 2019 „Träume“ der Bewohner im Vordergrund, waren es 2020 die Begegnungen zwischen Bewohnern und Tieren und 2022 eben Orte in Landsberg. Daniela Hollrotter

Der Kalender 2022 der Lebenshilfe Landsberg kostet acht Euro und ist erhältlich über die Geschäftsstelle im Eulenweg 11 in Landsberg, Telefon 08191 9491-0, sekretariat(at)lebenshilfe-landsberg.de.

Die Lebenshilfe Landsberg hat ein Haus in der Nikolaus-Mangold-Straße in Landsberg gemietet. Es grenzt an den Garten der Lebenshilfe-Krippe in der Bischof-Riegg-Straße an und wurde zuvor vom SOS-Kinderdorf genutzt. Bis der geplante Verwaltungsneubau am Eulenweg steht, werden in der Nikolaus-Mangold-Straße 6 vorübergehend die Offenen Hilfen, die Individual-und Schulbegleitung und das Ambulant Unterstützte Wohnen untergebracht. Später soll das Haus anderweitig genutzt werden, im Gespräch sind unter anderem weitere Wohnangebote. Daniela Hollrotter

Markus ist der Mann des Abends. Gleich zweimal ruft er „Bingo“ und entscheidet damit die Runde für sich. Dann strahlt er in die Kamera und entscheidet sich für einen von zwei Preisen, die Nina Klusmeier ihm zeigt. Die Bereichsleiterin der Offenen Hilfen bietet seit kurzem das Online-Spiel an und hat damit ein wahres Bingo-Fieber in der Lebenshilfe Landsberg ausgelöst.

Insgesamt 13 Menschen mit und ohne Behinderung sind heute Abend mit dabei. Stifte und die Zettel mit den je 24 Zahlen darauf liegen bereit, die Spannung ist groß. Dann zieht Paula im liebevoll dekorierten „Bingo-Studio“ der Familie Ramminger die erste Kugel aus einer Kiste mit insgesamt 75 bunten, nummerierten Bällen und hält sie in die Kamera. Es ist die 56.

„Hab ich“, freuen sich ein paar Spieler, während andere den Kopf schütteln. Bei Letzteren steht die 56 nicht auf dem zuvor zugeschickten Zettel. Im Studio wartet Paula geduldig, bis alle Spieler ihre Zahlen kontrolliert haben. Denn: „Wir machen langsam“, hat Nina Klusmeier einer Bewohnerin aus dem Wohnheim 7 anfangs versprochen.

Für die Bereichsleiterin ist der Online-Bingo-Abend nicht nur ein Freizeitangebot. Es ist auch ein Weg, über den Menschen mit Behinderungen sich zumindest online begegnen können. Denn die Angebote der Offenen Hilfen stehen allen Menschen offen, nicht nur den Bewohnern der Lebenshilfe-Wohnheime. So begrüßt Nina Klusmeier beim Bingo teils auch Familienangehörige, die mit dabei sind und unterstützen.

Knapp eine halbe Stunde dauert die erste Runde, bis Ole sie für sich entscheidet. Er hat auf seinem Zettel als Erster fünf der gezogenen Zahlen in einer Reihe angekreuzt und freut sich über einen Schlüsselanhänger. Paula wechselt sich beim Ziehen der Kugeln mittlerweile mit ihrem Bruder Luis ab, ihre Mutter schreibt die Zahlen mit, der Vater sorgt für flotte Hintergrundmusik.

Zweimal noch heißt es danach „Bingo“ – einmal von Jan und einmal von Markus. Dann ist die Spiele-Stunde eigentlich vorbei. Doch die Spieler erbitten sich noch eine Zugabe-Runde, die wieder Markus gewinnt. Und einen weiteren Bingo-Abend im nächsten Monat. Daniela Hollrotter

Mit großer Begeisterung haben sich Bewohner und Mitarbeiter der Lebenshilfe-Wohnheime 8 (Foto), 3 und 4 sowie der Heilpädagogischen Tagesstätten 1 und 2 an der diesjährigen Diversity-Tag-Aktion des Landkreises Landsberg beteiligt. Sie gestalteten Leintücher unter anderem mit bunten Fingerabdrücken im Smiley-Muster und selbst gemalten Figuren.  Der Kreisjugendring hatte die Aktion organisiert und die Leintücher aus verschiedensten Bereichen zu einem großen Leintuch zusammengetragen. Dieses soll die Verschiedenheit und bunte Gesellschaft im Landkreis widerspiegeln und wurde am Diversity-Tag (18. Mai) im Foyer des Landratsamtes Landsberg ausgestellt.

Katharina findet Stefanie Sack „toll“. Am liebsten geht die Elfjährige mit ihr schwimmen. Aber sie spielt auch leidenschaftlich gerne Rollenspiele mit ihr, geht in den Wald, auf den Spielplatz oder in die Bücherei. Stefanie Sack genießt die gemeinsamen Stunden ebenso. Für sie sind sie eine willkommene Abwechslung vom Alltag, die ihr eine neue Sicht auf die Welt bieten. Die 58-Jährige ist deshalb froh, dass sie vor acht Jahren Ihre Mitarbeit beim Familienentlastenden Dienst (FED) der Lebenshilfe Landsberg angeboten hat.

Mitwirken kann jeder bei diesem „bezahlten Ehrenamt“, wie es Stefanie Sack nennt. Man müsse einfach „offen und interessiert“ sein. Oft sei es sogar von Vorteil, wenn die Ehrenamtlichen keine (sonder-) pädagogische Vorbildung haben. Denn eine gewisse „Unbedarftheit“ sei manchmal besser, um „die Menschen einfach so zu nehmen, wie sie sind“. Außerdem werden die Ehrenamtlichen von der Lebenshilfe begleitet – es gibt Fortbildungen, Gesprächsangebote und Austausch.

Stefanie Sack ist es wichtig, dass die gemeinsame Zeit ganz Katharina gehört: Deshalb lässt sie sich – soweit es geht – von der Elfjährigen leiten und greift deren Spielideen und Wünsche auf. Denn es geht nicht darum, irgendetwas beizubringen, sondern gemeinsam Freizeit zu verbringen. Dazu gehören Lachen, Freude und einfach eine schöne Zeit zu haben, so die 58-Jährige.

Für die Familie ist Stefanie Sack „eine Perle“, die Entlastung bringt, Katharina aber auch in Richtung Selbständigkeit weiterhilft. Johannes und Simone Bauer hatten schon kurz nach der Geburt, als die Trisomie 21 festgestellt wurde, Kontakt zu einer Lebenshilfe-Mitarbeiterin. Als Katharina mit vier Jahren ein Pflegegrad zugestanden wurde, nahmen sie den FED in Anspruch – und konnten erstmals wieder „abends weggehen“.

Ein festgestellter Pflegegrad ist Voraussetzung für den FED, erklären Karin Schartl und Nina Klusmeier, die zuständigen Mitarbeiterinnen der Lebenshilfe Landsberg. Dann können die Leistungen mit der Krankenkasse über die Verhinderungspflege bzw. den Entlastungsbetrag abgerechnet werden. Sie kümmern sich um die nötigen Formalien und übernehmen die Abrechnung mit den Krankenkassen. „Das ist eine große Entlastung“, so Simone Bauer.

Stefanie Sack

Wenn sich eine Familie an die Lebenshilfe wendet, suchen Karin Schartl und Nina Klusmeier einen örtlich und zeitlich passenden Ehrenamtlichen aus. Dann gibt es ein erstes gemeinsames Kennenlernen, um zu sehen, ob die „Chemie“ stimmt. Denn das ist ungeheuer wichtig, sind sich alle einig. Bei Katharina und Stefanie Sack klappte es auf Anhieb. „Alle haben aber auch das Recht, zu sagen, wenn es nicht passt“, betont die Ehrenamtliche, „das hat dann nichts mit Scheitern zu tun“.

Inzwischen gehört Stefanie Sack zur Familie. Seit vier Jahren schon kommt sie jeden Montag für ein paar Stunden zu Katharina, hilft aber auch einmal abends oder am Wochenende aus. Art und Umfang des FED, betonen Schartl und Klusmeier, machen Familie und Ehrenamtliche untereinander aus. Die Erfahrung habe jedoch gezeigt, dass eine gewisse Regelmäßigkeit sinnvoll für alle ist. „Dann sind auch Ausnahmen gut zu meistern“.

Katharinas Eltern sind froh über die Unterstützung. Die freie Zeit entlastet die Familie, da der Alltag durch Katharinas Entwicklungsverzögerung für die Eltern zeitintensiv ist. Dankbarkeit sei jedoch nicht notwendig, betont Stefanie Sack. Denn der FED ist für sie keine Verpflichtung, sondern eine Bereicherung für das eigene Leben. „Fast alle, die es ausprobiert und sich darauf eingelassen haben, meinten: ‚Das ist gut für mich, dabei bleibe ich‘“, so die 58-Jährige.

Sie würde sich wünschen, dass darüber noch mehr Kontakte entstehen, denn: „Leider haben viele Leute keine Begegnungsmöglichkeiten mit Menschen mit Behinderungen. Und wo es keine Berührungen gibt und etwas fremd ist, haben die Menschen Angst.“ Daniela Hollrotter

Derzeit nehmen etwa 80 Familien den Familienentlastenden Dienst (FED) der Lebenshilfe Landsberg in Anspruch. Dazu gibt es etwa 60 Ehrenamtliche, die eine Aufwandsentschädigung und Kilometergeld erhalten. Ehrenamtliche werden stets gesucht. Kontakt: Nina Klusmeier, Telefon 08191 9491-13, nina-klusmeier(at)lebenshilfe-landsberg.de.

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